Episode 152: Resisting Influence

Heute geht es nochmal um Influencer auf Social Media, denn ich habe mich gefragt: Wieso ist es für uns eigentlich so selbstverständlich geworden, dass wir Influencer-Marketing ausgesetzt sind? Dann mache ich einen Faserverzückten Jahresrückblick auf mein Crafting-Jahr, Erzähle was ich so stricke und spinne, und es geht weiter mit dem Nachhaltigkeitsthema, nämlich dem Aluminium-Recycling und Aluminium in Deokristallen.

Download:

Hier geht es zum Download der Audiodatei, oder ihr könnt sie euch auch anhören. Letzteres geht nicht immer, da ich meinen Podcast als AAC Datei zur Verfügung stelle. Nicht alle Browser oder Player kommen damit klar. In dem Fall braucht ihr eine mp3-Datei, die ihr euch online konvertieren könnt: Online-mp3-Konverter – hier gebt ihr die Adresse der Audiodatei ein und bekommt sie dann als mp3 zum Download angeboten.

URL: http://www.spiritvoices.de/pod/ep152.m4a

Die Shownotes

Housekeeping (00:00:00)

Ich bin jetzt auf einem Podcasterinnen-Verzeichnis vertreten, nämlich podcasterinnen.org – das ist für Frauen und nichtbinäre Personen, die podcasten. Da ich in die sonstigen Verzeichnisse mit meinem Strickpodcast nie reingekommen bin, freue ich mich, dass es ein Verzeichnis gibt, wo Menschen nicht wegen ihres Nichtkonformgehens mit „Cooler-Netzhecht“-Normen von vornherein abgelehnt werden, und wo diese Menschen mit ihren Podcasts präsentiert werden. Eigentlich geht es darum, Podcaster_innen vorzustellen, die für Vorträge, Interviews etc angefragt werden können, aber ich habe mich da trotzdem eingetragen, obwohl ich nicht vorhabe, Vorträge zu halten oder Interviews zu geben. (Na gut, letzteres evtl. schon, es kommt darauf an, wo). Wenn Du auch kein Internet-Topchecker-Kerl bist, sondern vielleicht gar eine Frau oder nichtbinäre Person  und podcastest, dann lass dich doch auch da eintragen!  Entgegen meinem im Podcast verkündeten Informationsstand hat auch Damnedsnob dort ein Profil, was ich sehr gut finde!

Internet-Politschwafel (00:07:40)

Letztes Mal habe ich übers Influencer-Marketing und das Gerichtsurteil gegen Vreni Frost geredet, und davon, dass ich nicht denke, wir müssen jetzt alle unsere Postings auf Social Media als Werbung bezeichnen. Heute will ich das etwas weiterführen.

Ich denke nämlich, dass Solidarität mit gewerblichen Influencer_innen, die ihre Werbepostings nicht als solche kennzeichnen, fehl am Platz ist.

Denn wem nützt und schadet Influencer-Marketing eigentlich? Influencer-Marketing ist doch nichts anderes, als dass Firmen ihre Werbung als vermeintliche positive Meinungsäusserung vermeintlicher Privatpersonen tarnen. Das kommt gut an, das verkauft sich gut, das bezieht seine Zugkraft aber letzten Endes aus der Täuschung der Konsumierenden.

Firmen benutzen die Unklarheit, ob Influencer als Privatpersonen oder gewerblich im Netz posten, um etwas, das eigentlich schnöde Werbung ist, aussehen zu lassen wie erfreuliche Mundpropaganda. Und wenn diese Werbung nun deutlich als solche gekennzeichnet werden muss, ist das für die Firmen natürlich schlechter.

Ich als potentielle Konsumentin möchte aber, dass Werbung gekennzeichnet ist. Ich möchte ja unterscheiden können, ob Leute etwas privat empfehlen, oder ob Leute gewerblich unterwegs sind, um gegen Bezahlung oder andere Gegenleistungen Produkte anzupreisen.

Ich gönne Influencer_innen ihren Verdienst! Ich habe nichts dagegen, wenn sie durch Produktanpreisungen auf Social Media Geld verdienen. Aber es sollte dann eben als Werbung gekennzeichnet sein. Und bitte nicht auf dem Rücken von einfachen Privatpersonen.

Mir wurde gesagt, ich sei auch ein Influencer, allein durch mein podcasten. Dazu kann ich nur sagen: Nur weil ich eventuell Influencer bin, bin ich noch lange nicht in Influencer-Marketing involviert. Ich nutze meinen Content und meine Reichweite nicht, um zum Kauf von Produkten anzuregen, und wenn ich das täte, dann sollten die Firmen mich dafür bitte auch bezahlen, und dann würdet ihr darüber informiert werden.

Und da kommen wir zu einem weiteren Punkt: Wenn wir von den Firmen für Empfehlungen und Produkterwähnungen nicht bezahlt werden, wieso machen wir es dann überhaupt? Warum dienen wir unseren Content großen Konzernen überhaupt an? Wenn wir erzählen, was wir für ein Zeug gekauft haben, z.B. müssen wir denn dann gleich einen Link auf den Shop einer großen Marke platzieren und dieser Marke kostenlos Käufer_innen zuführen? Ich finde, das muss nicht sein. Und wenn wir etwas empfehlen und direkt verlinken, wäre es dann nicht viel schöner + besser, wenn wir kleine Indie-Dyer, Yarnies, Kleinbetriebe und coole Projekte empfehlen?

Think before you link!

Urbane Selbstversorgung (00:17:00)

Ich bin nach jetzt ungefähr 6 Wochen noch immer motiviert am Plastikvermeiden und Müll reduzieren. Es ist ja auch grade sehr in. Das hilft immens!

Rezept für Kokosmilch, selbstgemacht aus Kokosnuß: 

Ich habe neulich selber Kokosmilch aus Kokosnüssen selbst gemacht. Das geht nicht schwer, wobei das verarbeiten einer ganzen Kokosnuss schon Arbeit macht. Ich habe das Kokosfleisch, das Kokoswasser und 1 L Leitungswasser in den Mixer getan und so lange gemixt, bis ich dachte, feiner wird es nicht mehr. Dann habe ich es mit einem einfachen Küchensieb abgesiebt. Das Kokosmus, das übrig bleibt, habe ich dann in ein Curry getan, was sehr lecker war. Ich frage mich jedoch, wo ich am besten mit der Nußschale hin soll – für den Kompost ist sie zu sperrig und für den Restmüll viel zu organisch. Wisst ihr da etwas? Und stimmt es eigentlich, dass man verbrauchte Blumenerde nicht kompostieren soll?

Noch ein Rezept für selbstgemachten Vanillezucker: 

Ausserdem habe ich selber Vanillezucker angesetzt. Dazu packt man einfach eine Schote echte Vanille in ein Schraubglas mit Zucker, und nach wenigen Tagen ist der Zucker aromatisiert. Den Zucker kann man immer wieder nachfüllen, das hält bei manchen Leuten dann schon Jahre. Die Schoten kamen in einem Plastikröhrchen mit Stopfen, das werde ich auch weiterverwenden, nämlich als Gewürzbehälter für unterwegs.

Dann hab ich mir jetzt so ganz leichte Gemüsenetze gekauft, ein Netz wiegt nur 10 Gramm. Das ist natürlich cool beim Einkauf von losem Gemüse.

Mein Thema heute soll aber das Aluminium sein. Ich bin nämlich mal wieder daran gescheitert, Teelichte ohne Aluminium zu bekommen, die auch bezahlbar sind. Unverpackte Teelichte sind nämlich sehr teuer und auch nur über den Versandhandel zu bekommen.

Alu-Teelichte kosten 1,50 pro 50 Stück. Paraffin-Teelichter ohne Aluhülle kosten 7 Euro für 50 Stück, und die günstigsten Bienenwachsteelichter kommen auf 25 Euro pro 50 Stück. Und das ist mir ehrlich gesagt zuviel zu bezahlen.

Dann habe ich mich gefragt, ob Aluminium nicht so schlimm ist, weil es ein Stoff ist, dessen Recycling sich finanziell/wirtschaftlich wirklich lohnt, und daher wird das auch gemacht. Ich war immer etwas skeptisch, weil Glas und Papier separat gesammelt wird, Aluminium aber nicht. Wie bekommt man dann so kleinen Kram wie Teelichthüllen und Joghurt-Deckel aus dem Gelben Sack-Müll wieder raus?

Der Clou heisst: Wirbelstromprüfung.  Dabei erzeugen rotierende Spulen ein Magnetfeld, und je nachdem, welche Materialien durch das Magnetfeld fahren (z.B. auf einem Förderband) „antworten“ sie verschieden auf das Magnetfeld. dadurch kann Aluminium recht einfach aussortiert werden. Allerdings müssen Stoffe voneinander getrennt werden. z.B. sollten Joghurtbecherdeckel vom Becher abgemacht werden. Und Verpackungen sollten nicht ineinander gestapelt oder zusammengepresst sein. Hilfreich sind da auch die Webseiten der regionalen Entsorgungsbetriebe, bei uns z.B. die BSR.  Sie beschreiben auf ihrer Seite, wie man Müll richtig entsorgt. Was ich auch nicht wusste, war, dass beim Altglas auch die Deckel abgemacht werden sollten. Eigentlich logisch, aber ich habe das bisher einfach nicht gemacht.

Für mein Teelichtproblem habe ich das jetzt so gelöst, dass ich die große Teekanne nicht mehr für mich alleine benutze, sondern eine kleine Kanne, die ich leer trinken kann, bevor der Tee kalt ist. Für die große Kanne werde ich mir ein Tea Cozy stricken, und sie dann benutzen, wenn mehrere Leute da sind und sie daher entsprechend schneller leer wird. Eine Packung Teelichter habe ich noch, die werde ich dann ganz bewußt aufbrauchen, damit sie auch lange hält.

Im Teil 2 zu Aluminium geht es um sogenannte „Deo-Kristalle“. Sie bestehen aus Alaun, genauer gesagt Aluminium-Ammonium-Sulfat.  Das sind Aluminiumsalze und damit stehen auch Deokristalle im Verdacht, möglicherweise an der Entstehung von Brustkrebs beteiligt zu sein. Noch gibt es dazu keine Studien mit Menschen, sondern nur mit Zellen in Petrischalen, aber um auf der sicheren Seite zu sein, benutzen viele Menschen keine Deos mit Aluminium mehr, und wer darauf verzichtet, sollte auch auf den Deokristall verzichten. Jules hat mir eine Episode des englischsprachigen Videocasts „Dunkelgrün“ empfohlen, wo es um Alaunbeizen und Aluminium-Toxizität geht.  Ich werde meinen Deokristall als Wollbeize verwenden, denn als Wollbeize werden die Aluminiumsalze gebunden und sind keine freien Moleküle mehr, die in den Körper gelangen können.

Stricken (00:37:18)

Ich habe all meine Projekte zu Ende gestrickt, die ich bis Ende 2018 geschafft haben wollte. Gerade habe ich noch schnell eine bunte „Wurm“ Mütze angeschlagen, die ich einem Bekannten von mir, der Bauer ist und mir auch hin und wieder Schafsvliese zum Spinnen schenkt, schenken will.

Meine Broad Street Mittens sind fertig (beide Paare), meine Travelling Leaf Socks ebenfalls, und dann habe ich schnell noch ganz einfache Armstulpen aus dicker handgesponnener Wolle gestrickt. Es gibt ein Muster, das so ähnlich aussieht, es heisst „Toast“ und obwohl das nur ein einfacher Schlauch aus 2 Links, 2 Rechts ist, kostet das Muster inzwischen 4,76Euro auf Ravelry, haha! Früher war das mal für lau, glaube ich, aber ich bin mir nicht sicher.

Spinnen (00:43:08)

Ich habe ja 2018 kaum gesponnen, und das soll sich 2019 ändern. Deshalb habe ich mich in der Gruppe „Spinnernetz“ angemeldet und möchte bei deren „Garncamp“ mitmachen, wo übers Jahr monatlich bestimmte Techniken aus dem „Spinners Book of Yarn Designs“ von Sarah Anderson nachgesponnen werden. Ich freue mich schon darauf!

Ausserdem verschenkt eine Freundin von mir mein erstes Spinnrad, ein „Wernekinck Edam“. Wer das Rad möchte, kann es in Leipzig abholen. Den Kontakt kann ich herstellen, bitte mir eine Mail schreiben an urbanespinnstube (at) gmail (dot) com.

Faserverzückter Jahresrückblick (00:47:00)

Wer auch einen machen möchte, findet hier die Fragen!  

Meine Projekte 2018

Ravelry hat ja schon seit einiger Zeit so eine praktische „Challenge“ Funktion, das ist ein Menüpunkt auf der Projektseite ganz oben rechts. Ich habe 2018 eingegeben, wieviele Projekte ich fertig bekommen möchte, und dann konnte ich in meiner Queue auch bei den Projekten angeben, wann ich sie beendet haben möchte, dann erscheinen sie mit dem Datum auf der Challenge-Seite.

Die Seite sagt mir, dass ich 2018 21 Projekte fertig gestrickt habe, und davon waren 12 Geschenke an andere, und 9 Projekte waren für mich. Mein größter Erfolg war es, das Laminaria, was seit 2016 in Arbeit war, zu Ende zu stricken, es ist super schön geworden. Ich habe es verschenkt, und dann habe ich noch zwei andere Lacetücher gestrickt, ein Torreyana und ein Spring Thaw Shawl, beide waren auch Geschenke. Ich hatte keine Lieblingsdesigner_in, ich hab eher so alte Klassiker gestrickt. Bei Events war ich auch kaum, bis auf das Yeti-Treffen zur „100% Wolle“ Ausstellung in Berlin, das war sehr schön. 2019 würde ich gerne etwas größeres anfangen, einen Pullover oder eine Strickjacke. Ob ich das fertig bekomme, weiß ich nicht, aber ich will auf jeden Fall so etwas anfangen.

State of the Stash

Jaaa – ich habe es geschafft! Ich habe 2018 nichts gekauft, gar nichts! Trotzdem habe ich mein Ziel, meinen Stash dieses Jahr mal zu verkleinern, nur ganz knapp erreicht, weil ich durch Korrekturen im Frühling 2018 feststellen musste, dass ich 6000 meter Garn mehr besitze, als ich zuerst annahm. Dafür werde ich 2019 es viel einfacher haben, meinen Stash zu verkleinern. Jawoll. Eine Freundin will ein No-Buy-Year machen und war von diesem Youtube Video inspiriert.

3 Schöne Dinge
  • meine beiden großen Radtouren
  • das Iron Maiden Konzert, echt ein Erlebnis!
  • Das kulinarische Freßweihnachten dieses Jahr
3 nicht so schöne Dinge
  • eine verlorene Freundschaft und damit verbundener Streß
  • eine schwere Erkrankung in der Verwandtschaft
  • zuviel gearbeitet
Buch, Film, Serie des Jahres

Ich habe kein Buch und keine Serie, aber ich war mal wieder im Kino und habe mir „Der Junge muss an die frische Luft“ angeschaut, ein Film über Hape Kerkelings Kindheit, der war toll, sehr süß und auch traurig. Ich habe die ganze Zeit geheult. ;)

Musik/Album des Jahres

Ich bin immer noch Metalhead und sage mal, das neue Album von Aborted „Terrorvision“.

Motto 2018/2019

Ich kann mich an mein Motto 2018 nicht mehr erinnern, daran kann man sehen, dass es damit nicht so gut geklappt hat, und daher nehme ich mir für 2019 gleich gar nichts vor. Ich lasse alles mal auf mich zukommen!

Wo ihr mich auf Social Media und im Fediverse findet:

Werbeanzeigen