Episode 154: Konmari und Kimchi

Heute geht’s um aktuelle Strickprojekte, die große Stashbeschau 2019, ganz kleines bisschen Färben, ein in den Kinderschuhen verlassenes Spinnprojekt, (vielleicht doch nicht), das fermentieren von Kraut (hier für Kimchi) und Aufräumen mit dem Buch von Marie Kondo.

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Leider habe ich noch nicht geschafft, eine akzeptable Gesamtlautstärke hinzubekommen, ich habe verschiedenes probiert, was aber nur ganz schwache Resultate erbracht hat. Es gibt aber Hoffnung: Gestern habe ich bei meiner Freundin Sara mit Audacity gearbeitet, und fand es auch gar nicht schlecht, somit könnte ich das anstatt Hindenburg verwenden, wenn ich gar nicht weiter komme.

Die Shownotes

Housekeeping

Am 4. Februar war Weltkrebstag und Claudia-strickt hat auf Instagram einen super Beitrag über ihren Kampf gegen den Brustkrebs gepostet, dazu nachträglich Gratulation, dass du das sichtbar machst! Und liebe Grüße!

Vielen Dank an Alle, die zu meiner letzten Episode kommentiert und geliked haben!

Ausserdem noch einen kleinen Nachtrag zum Politschwafel der Episode 153: Leider ging die Diskussion dann noch etwas ungut weiter, ich habe sie nicht bis zum Ende verfolgt. Aber es hat auf jeden Fall eine Frau mit Faserbusiness sich zur „Stimme der eingeschüchterten Geschäftsleute“ gemacht und ein Video veröffentlicht, wo sie davon redete, dass eine „Hexenjagd auf Instagram“ stattfinden würde und kleine Geschäftsleute in Angst und Schrecken leben würden. Dazu kann ich nur sagen: Wenn die Kritik an alltäglichem Rassismus in der Strickcommunity wirklich so Pillepalle ist, wie sie meinen, dann brauchen sie ja keine Angst zu haben, denn dann haben sie trotzdem immer noch genug Kundschaft, die das ebenfalls für Pillepalle halten.

Wenn es aber doch nicht so Pillepalle ist und einflussreiche Leute wie Ysolda Teague oder die Ravelry Führungsetage sich solidarisch zeigen, dann ist klar, dass Gewerbetreibenden, die sich (u.A. ungewollt) rassistisch äussern, die Muffe geht, dass sie Kundschaft verlieren könnten. Und das ist auch genau richtig so. Klar konnte „man“ „früher“ darauf bauen, dass die Sicht der weißen „Mehrheit“ halt „normal“ war, und musste weniger auf andere achten, aber wie unfair ist das denn bitte? Zum Glück ändern sich die Zeiten. Das ist für manche unbequem, aber es ist ein nötiger Schritt.

Und so ist das halt in der Marktwirtschaft, meinen Podcast hören auch einige Leute nicht mehr, weil sie meine politische Ausrichtung nicht bejahen, und um ehrlich zu sein, wer mich zu übertrieben links findet, da ist es auch besser, wenn sich die Wege trennen.

Und wenn ich in meinem Podcast Mist erzähle, z.b. diskriminierend über andere Menschen rede, dann bin ich über Hinweise und Kritik daran eher dankbar. Dann kann ich nämlich auch was lernen und mich selbst verbessern!

Stricken (00:08:30)

Ich habe die Kia Socks fertig gestrickt, das ist zum KiaSocksKAL von dawn.landix gewesen. Er entstand um ein Zeichen der Solidarität als Folge der Rassismusdiskussion in der Strickszene zu setzen. Für mich ist das ein schöner Ausklang der Diskussion, und auch ein Ansporn zum weitermachen. Gestrickt habe ich es aus pflanzengefärbtem Garn von Elfenwolle.

Um plastik-Spülschwämme zu vermeiden, habe ich ein paar Spültücher aus gefundener Baumwolle gestrickt. Die meisten einfach kraus rechts, und eins im doppelten Perlmuster, das sehr gut aussieht, ausser, es sind Fehler drin, das sieht dann so kacke aus. Denn die ganze Struktur wird zerschossen. Aber für Spüllappen ribble ich nicht!

Mein neues Sockenprojekt sind Monkeys von Cookie A, aber sie sollen als Tabi-Socken gestrickt werden, d.h. die große Zehe hat eine eigene Woll-Umhüllung. Ich stricke sie aus ganz gut abgelagertem Stash, ein Strang Dornröschenwolle in der Farbe „Erde“ von 2009.

Zu guter letzt arbeite ich noch an meinem „Age of Steam and Brass Kerchief“ aus Midara Jazz Farbverlaufsgarn. Es sieht wunderschön aus und wird sicher ein tolles Tuch! (Ich habe mal absichtlich zur Herstellerseite verlinkt, weil es eine litauische Firma ist und die nicht so viel Publicity haben wie die „Üblichen Verdächtigen“)

Die große Stashbeschau 2019

Ich habe gestern meinen Stash komplett aus den Boxen genommen (nicht ganz komplett, 1-2 Käule verstecken sich vor mir, irgendwo) und alles durchgesehen, alles in die Hand genommen, und wieder einsortiert. Dabei habe ich schon wieder Stränge gefunden, die ich vergessen hatte, zu etikettieren, und drei Garne waren noch nicht mal eingepflegt, seufz..

Ich habe ja den Eindruck, ich werde nie meinen kompletten Stash auf Ravelry abbilden können, denn die Garne sind irgendwie von Quantenfluktuationen betroffen und gleiten manchmal in Paralelluniversen ab, oder materialisieren aus denselbigen.

Letztes Jahr habe ich meinen Stash von 65 000 metern auf 60 000 meter runter gestrickt, und jetzt habe ich eine Kiste Lopi Garn aussortiert und sogar schon weitergegeben, habe 2019 schon ein paar Dinge gestrickt (ca. 700m) und mich dazu durchgerungen, zwei furchtbare Plastik-Effektgarne wegzuwerfen, die mir Leute für “Yarnbombing oder so” geschenkt hatten.

Jetzt habe ich noch 59 203 Meter und mein Ziel ist es, Ende 2019 auf jeden Fall weniger als das zu haben!

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Der Stash in all seiner Pracht, noch bevor ich ihn aus den Boxen genommen hatte.

Von meinen Strickprojekten habe ich noch nicht mal Fotos gemacht, aber mit der Stashdurchsicht habe ich schon mal das große Februar-Ziel erreicht.

Zwei ungeliebte Garne habe ich am selben Abend noch überfärbt und nun liebe ich sie sehr, sehr: Das eine war ein strumpfhosenbraun/olivgrün-farbenes handgesponnenes Lacegarn, und das andere eine weiße Sockenwolle, die ich auch mal beim Wollwechsel mitgenommen hatte. Ich habe alles lila überfärbt, und es wurde wunderschön. Die weiße Sockenwolle habe ich dann noch mit schwarzer Farbe sprenkeln wollen, was mir nicht gelang, dafür habe ich einen „schwarzen Übernebelungseffekt“ erzielt, den ich SO toll finde.

Rezept zum „schwarzen Nebel“ färben

  1. Garn mit Säurefarbe im Topf hell lila färben, semisolid oder mit hellen/weißen Stellen.
  2. Garn aus dem Färbebad nehmen, wenn das lila fixiert ist, und auswringen.
  3. Garn auf eine Folie oder Plastiktüte legen und an einige Stellen schwarzes Farbpulver drüber „zuckern“.
  4. Das Garn in die Tüte einwickeln und etwas durchkneten
  5. Das Garn zurück in den Topf mit heißem Wasser und Säure, und den „Nebeleffekt“ bewundern. Simmern, bis die schwarze Farbe fixiert ist.
Purple Haze
Das lila und schwarz gefärbte Sockengarn, das ich ab jetzt sehr, sehr liebe.

Spinnen (00:28:29)

Ich habe gerade noch ein Spindelprojekt, wo ich gut abgehangene Rolags zu einem Farbverlaufsgarn spinne, damit bin ich fast fertig, ich muss das nur noch zwirnen.

Dann hatte ich ja vor, das Garncamp2019 vom Spinnernetz mitzumachen, aber da bin ich wieder raus, weil ..es gab ein wenig Drama. Ich bin ja eine Person, die kontroverse Diskussionen auch nicht als ultra angenehm empfindet, sie aber schon für nötig hält. Und dass es verschiedene Perspektiven gibt, die Berücksichtigung benötigen.

Eine solche Diskussion hatte es gegeben, und es wurde am Ende auch ein Kompromiß gefunden, der alle befriedigt hätte, wenn, ja wenn es nicht hinterher noch den „Chor der Verstimmten“ gegeben hätte, die sich lang + breit beklagt haben, dass überhaupt eine Diskussion gelaufen war und wie unharmonisch, dass nicht alle einer Meinung waren, und jetzt hätte das ihnen den ganzen Spaß an ihrem schönen, unpolitischen, diskussionsfreien Hobby versaut.

Ich bin ja ein Mensch, der oft nicht konform lebt zu so einigen Standards, und als solches fühle ich mich immer unwohl, wenn das bloße Vorhandensein von Diversität und das dadurch zwangsläufige Aufeinanderprallen von verschiedenen Bedürfnissen nicht sein darf. Es muss nicht allen super gefallen, aber ich wüsste nicht, wie wir drumrum kommen sollen. Außer wir sind wirklich alle gleich von der Stange und haben die gleichen Vorlieben und Bedürfnisse und Ansichten. Aber wer ist das schon? Manchmal ist mir die Handarbeits-Szene echt zu harmoniesüchtig.

Urbane Selbstversorgung (00:34:00)

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Mein Einkauf, wo ich mich bemüht habe, wenig Plastik und Verpackung mitzukaufen, was mir dann so semi-gut geglückt ist: 1 Zwiebel, Knoblauch, Orangen, Zitronen, Bananen, Paprika, Frühlingszwiebeln, Chinakohl, Haferflocken, Natron, Chiliflocken für Kimchi und Katzenfutter.

Seit einigen Wochen fermentiere ich Gemüse selbst zuhause: Zuerst habe ich Sauerkraut gemacht, und jetzt versuche ich mich in Sachen Kimchi. Mein letzter Schub Kimchi habe ich auch extra mit den richtigen roten Chiliflocken angesetzt, die ich im asiatischen Kleinsupermarkt in einer Großpackung bekommen habe.

Dabei habe ich auch wieder festgestellt, dass man die Gemüseabteilungen von konventionellen Supermärkten eigentlich vergessen kann, was plastikfreies Einkaufen angeht. Ich habe mir wieder ne Stunde lang für nix die Füsse platt gelatscht, denn z.B. Chinakohl gibt es NUR in Plastik eingeschweißt. Ähnlich wie Brokkoli. Ich hätte gleich zum Kiez-Bioladen gehen sollen, wo die Leute mich kennen, wo wir uns nett unterhalten, und wo es alles Obst und Gemüse ohne Plastikverpackung gibt.

Kimchi finde ich geschmacklich nochmal SO viel leckerer als Sauerkraut, und es ist auch weniger Arbeit, weil Weißkohl so ein hartes Gemüse ist, das man mit dem Salz in harter Arbeit kneten und Stampfen muss. Während das Kimchi Rezept dagegen total easy war. (Aber nicht unbedingt so authentisch)

Hier findet ihr das Kimchi Rezept vom Zero Waste Chef, das ich verwendet habe, und das ist das Blog von Miss Boulette, die eine Expertin für verschiedenste Kimchis ist und wo ihr dann die richtig authentischen Rezepte finden könnt, FAQ’s, und viel Know How aussen rum.

Kimchi und Sauerkraut sollen ja unglaublich gesund und probiotisch sein, und ich muss sagen, ich merke es an mir selbst auch schon. Ich habe keinerlei Blähungen mehr, und fühle mich einfach richtig gut.

Was ich grade toll finde (00:46:13)

Da habe ich diesmal zwei Dinge:

Erstens: Mein neues Tattoo! Es ist diesmal ein „Traditional Tattoo“. Diese Tattoos sind gekennzeichnet durch breite, starke Linien und wenige, bestimmte Farben (viele Tätowierende verwenden die Farben, die es früher schon gab, und die modernen Farben, die erst später dazu kamen, oft nicht). Der Schlachtruf der „alten Schule“ ist: „Bold will hold“, denn es heißt, diese einfachen Motive mit dicken Linien altern sehr gut und sehen für immer gut aus.

Zweitens sind Traditional Tattoos typischerweise mit bestimmten Motiven: Blumen, Schiffe, Anker, religiöse Motive, Pin-Ups, Matrosen, Schwalben, Totenköpfe, Herzen..

Zu diesem Tattoo bin ich relativ spontan gekommen diesmal. Ich hatte diese Woche Urlaub und extra meine Schichten so geplant, dass ich eine Woche lang nicht am Ofen arbeiten muss, und dann fiel mein geplanter Tattoo Termin wegen Krankheit aus. Also habe ich gedacht, ich lasse mich irgendwo anders nadeln, und suche mir spontan etwas aus, das mir halt gefällt. Es ist mein erstes Tattoo, was nicht eine „tiefe Bedeutung“ für mich hat.

Ich habe einem Künstler eine Nachricht bei Instagram geschrieben und gefragt, ob er diese Woche zufällig noch spontan Zeit hat, und mir etwas von seinem sogenannten „Flash“ ausgesucht. Das sind kleine Tattoos, die viele Tätowierende vorgezeichnet/vorbereitet haben, um sie mal schnell für Kurzentschlossene zu tätowieren. Ich hatte Glück und er hatte diese Woche eine Absage und ich konnte direkt da rein rutschen.

Der Mann hat das sehr schnell gestochen, dafür hat es aber auch gebrezelt, denn die dicken Linien und satten Farben müssen ja irgendwie unter die Haut kommen. Ich bin sehr happy mit meinem Schmetterling mit Totenkopf! („It’s a pissed off butterfly“)

Mein neues Tattoo während dem Abheilen: Ein Schmetterling mit rot, grün, gelb und schwarz und ein Totenkopf mit grimmigem Gesichtsausdruck.

Das Andere, was ich gerade toll finde, ist Aussortieren und Aufräumen mit Marie Kondo (immer noch.

Die liebe Dorit hat mir das Buch „Magic Cleaning“ von Marie Kondo geschickt, und ich bin schon zu zwei Dritteln durch. In dem Buch erklärt sie die Hintergründe, wie sie zu ihrer Methode gekommen ist und welche Gründe dahinter stecken, die Wohnung genau wie sie es vorschlägt, aufzuräumen, und nicht anders.

Was ich spannend fand, ist, wie sie nun mit dem Papierkram umgeht, denn das kam in der Netflix-Serie kaum vor. Und konsequenterweise sagt sie: Der Papierkram macht nicht glücklich und wird ausnahmlos weggeworfen, bis auf die Dinge, die man zähneknirschend von Gesetz wegen eben behalten muss. Das fand ich sehr sympathisch!

Das Buch ist schon sehr auf Wegwerfen aus, was meinen Bestrebungen, Müll zu vermeiden, schwer vereinbar ist. Ich kann aber verstehen, warum das so sein muss, denn wenn ich (generell gesagt) es nie schaffe, mein Zuhause für mich angenehm zu gestalten, weil ich Skrupel vor dem Wegwerfen habe, geht Selbstschutz und Selbstfürsorge für mich vor. Dann wäre ich schon für Wegwerfen.

Die Konmari-Methode soll ja eine einmalige Sache sein, und man soll ja nicht ständig Tand anschleppen, der dann auch nur in den Müll wandert. Daher würde das mit dem Müll auch nur einmal anfallen.

Das wars für heute

Ich hoffe, Ihr hattet Spaß beim Hören und ich wünsche euch allen eine faserverzückte Zeit und Stricken ohne Tränen!

Credits

Titelmelodie: „Not to Scale or Painted“ by Cloudkicker (CC-BY-3.0)

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Episode 152: Resisting Influence

Heute geht es nochmal um Influencer auf Social Media, denn ich habe mich gefragt: Wieso ist es für uns eigentlich so selbstverständlich geworden, dass wir Influencer-Marketing ausgesetzt sind? Dann mache ich einen Faserverzückten Jahresrückblick auf mein Crafting-Jahr, Erzähle was ich so stricke und spinne, und es geht weiter mit dem Nachhaltigkeitsthema, nämlich dem Aluminium-Recycling und Aluminium in Deokristallen.

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URL: http://www.spiritvoices.de/pod/ep152.m4a

Die Shownotes

Housekeeping (00:00:00)

Ich bin jetzt auf einem Podcasterinnen-Verzeichnis vertreten, nämlich podcasterinnen.org – das ist für Frauen und nichtbinäre Personen, die podcasten. Da ich in die sonstigen Verzeichnisse mit meinem Strickpodcast nie reingekommen bin, freue ich mich, dass es ein Verzeichnis gibt, wo Menschen nicht wegen ihres Nichtkonformgehens mit „Cooler-Netzhecht“-Normen von vornherein abgelehnt werden, und wo diese Menschen mit ihren Podcasts präsentiert werden. Eigentlich geht es darum, Podcaster_innen vorzustellen, die für Vorträge, Interviews etc angefragt werden können, aber ich habe mich da trotzdem eingetragen, obwohl ich nicht vorhabe, Vorträge zu halten oder Interviews zu geben. (Na gut, letzteres evtl. schon, es kommt darauf an, wo). Wenn Du auch kein Internet-Topchecker-Kerl bist, sondern vielleicht gar eine Frau oder nichtbinäre Person  und podcastest, dann lass dich doch auch da eintragen!  Entgegen meinem im Podcast verkündeten Informationsstand hat auch Damnedsnob dort ein Profil, was ich sehr gut finde!

Internet-Politschwafel (00:07:40)

Letztes Mal habe ich übers Influencer-Marketing und das Gerichtsurteil gegen Vreni Frost geredet, und davon, dass ich nicht denke, wir müssen jetzt alle unsere Postings auf Social Media als Werbung bezeichnen. Heute will ich das etwas weiterführen.

Ich denke nämlich, dass Solidarität mit gewerblichen Influencer_innen, die ihre Werbepostings nicht als solche kennzeichnen, fehl am Platz ist.

Denn wem nützt und schadet Influencer-Marketing eigentlich? Influencer-Marketing ist doch nichts anderes, als dass Firmen ihre Werbung als vermeintliche positive Meinungsäusserung vermeintlicher Privatpersonen tarnen. Das kommt gut an, das verkauft sich gut, das bezieht seine Zugkraft aber letzten Endes aus der Täuschung der Konsumierenden.

Firmen benutzen die Unklarheit, ob Influencer als Privatpersonen oder gewerblich im Netz posten, um etwas, das eigentlich schnöde Werbung ist, aussehen zu lassen wie erfreuliche Mundpropaganda. Und wenn diese Werbung nun deutlich als solche gekennzeichnet werden muss, ist das für die Firmen natürlich schlechter.

Ich als potentielle Konsumentin möchte aber, dass Werbung gekennzeichnet ist. Ich möchte ja unterscheiden können, ob Leute etwas privat empfehlen, oder ob Leute gewerblich unterwegs sind, um gegen Bezahlung oder andere Gegenleistungen Produkte anzupreisen.

Ich gönne Influencer_innen ihren Verdienst! Ich habe nichts dagegen, wenn sie durch Produktanpreisungen auf Social Media Geld verdienen. Aber es sollte dann eben als Werbung gekennzeichnet sein. Und bitte nicht auf dem Rücken von einfachen Privatpersonen.

Mir wurde gesagt, ich sei auch ein Influencer, allein durch mein podcasten. Dazu kann ich nur sagen: Nur weil ich eventuell Influencer bin, bin ich noch lange nicht in Influencer-Marketing involviert. Ich nutze meinen Content und meine Reichweite nicht, um zum Kauf von Produkten anzuregen, und wenn ich das täte, dann sollten die Firmen mich dafür bitte auch bezahlen, und dann würdet ihr darüber informiert werden.

Und da kommen wir zu einem weiteren Punkt: Wenn wir von den Firmen für Empfehlungen und Produkterwähnungen nicht bezahlt werden, wieso machen wir es dann überhaupt? Warum dienen wir unseren Content großen Konzernen überhaupt an? Wenn wir erzählen, was wir für ein Zeug gekauft haben, z.B. müssen wir denn dann gleich einen Link auf den Shop einer großen Marke platzieren und dieser Marke kostenlos Käufer_innen zuführen? Ich finde, das muss nicht sein. Und wenn wir etwas empfehlen und direkt verlinken, wäre es dann nicht viel schöner + besser, wenn wir kleine Indie-Dyer, Yarnies, Kleinbetriebe und coole Projekte empfehlen?

Think before you link!

Urbane Selbstversorgung (00:17:00)

Ich bin nach jetzt ungefähr 6 Wochen noch immer motiviert am Plastikvermeiden und Müll reduzieren. Es ist ja auch grade sehr in. Das hilft immens!

Rezept für Kokosmilch, selbstgemacht aus Kokosnuß: 

Ich habe neulich selber Kokosmilch aus Kokosnüssen selbst gemacht. Das geht nicht schwer, wobei das verarbeiten einer ganzen Kokosnuss schon Arbeit macht. Ich habe das Kokosfleisch, das Kokoswasser und 1 L Leitungswasser in den Mixer getan und so lange gemixt, bis ich dachte, feiner wird es nicht mehr. Dann habe ich es mit einem einfachen Küchensieb abgesiebt. Das Kokosmus, das übrig bleibt, habe ich dann in ein Curry getan, was sehr lecker war. Ich frage mich jedoch, wo ich am besten mit der Nußschale hin soll – für den Kompost ist sie zu sperrig und für den Restmüll viel zu organisch. Wisst ihr da etwas? Und stimmt es eigentlich, dass man verbrauchte Blumenerde nicht kompostieren soll?

Noch ein Rezept für selbstgemachten Vanillezucker: 

Ausserdem habe ich selber Vanillezucker angesetzt. Dazu packt man einfach eine Schote echte Vanille in ein Schraubglas mit Zucker, und nach wenigen Tagen ist der Zucker aromatisiert. Den Zucker kann man immer wieder nachfüllen, das hält bei manchen Leuten dann schon Jahre. Die Schoten kamen in einem Plastikröhrchen mit Stopfen, das werde ich auch weiterverwenden, nämlich als Gewürzbehälter für unterwegs.

Dann hab ich mir jetzt so ganz leichte Gemüsenetze gekauft, ein Netz wiegt nur 10 Gramm. Das ist natürlich cool beim Einkauf von losem Gemüse.

Mein Thema heute soll aber das Aluminium sein. Ich bin nämlich mal wieder daran gescheitert, Teelichte ohne Aluminium zu bekommen, die auch bezahlbar sind. Unverpackte Teelichte sind nämlich sehr teuer und auch nur über den Versandhandel zu bekommen.

Alu-Teelichte kosten 1,50 pro 50 Stück. Paraffin-Teelichter ohne Aluhülle kosten 7 Euro für 50 Stück, und die günstigsten Bienenwachsteelichter kommen auf 25 Euro pro 50 Stück. Und das ist mir ehrlich gesagt zuviel zu bezahlen.

Dann habe ich mich gefragt, ob Aluminium nicht so schlimm ist, weil es ein Stoff ist, dessen Recycling sich finanziell/wirtschaftlich wirklich lohnt, und daher wird das auch gemacht. Ich war immer etwas skeptisch, weil Glas und Papier separat gesammelt wird, Aluminium aber nicht. Wie bekommt man dann so kleinen Kram wie Teelichthüllen und Joghurt-Deckel aus dem Gelben Sack-Müll wieder raus?

Der Clou heisst: Wirbelstromprüfung.  Dabei erzeugen rotierende Spulen ein Magnetfeld, und je nachdem, welche Materialien durch das Magnetfeld fahren (z.B. auf einem Förderband) „antworten“ sie verschieden auf das Magnetfeld. dadurch kann Aluminium recht einfach aussortiert werden. Allerdings müssen Stoffe voneinander getrennt werden. z.B. sollten Joghurtbecherdeckel vom Becher abgemacht werden. Und Verpackungen sollten nicht ineinander gestapelt oder zusammengepresst sein. Hilfreich sind da auch die Webseiten der regionalen Entsorgungsbetriebe, bei uns z.B. die BSR.  Sie beschreiben auf ihrer Seite, wie man Müll richtig entsorgt. Was ich auch nicht wusste, war, dass beim Altglas auch die Deckel abgemacht werden sollten. Eigentlich logisch, aber ich habe das bisher einfach nicht gemacht.

Für mein Teelichtproblem habe ich das jetzt so gelöst, dass ich die große Teekanne nicht mehr für mich alleine benutze, sondern eine kleine Kanne, die ich leer trinken kann, bevor der Tee kalt ist. Für die große Kanne werde ich mir ein Tea Cozy stricken, und sie dann benutzen, wenn mehrere Leute da sind und sie daher entsprechend schneller leer wird. Eine Packung Teelichter habe ich noch, die werde ich dann ganz bewußt aufbrauchen, damit sie auch lange hält.

Im Teil 2 zu Aluminium geht es um sogenannte „Deo-Kristalle“. Sie bestehen aus Alaun, genauer gesagt Aluminium-Ammonium-Sulfat.  Das sind Aluminiumsalze und damit stehen auch Deokristalle im Verdacht, möglicherweise an der Entstehung von Brustkrebs beteiligt zu sein. Noch gibt es dazu keine Studien mit Menschen, sondern nur mit Zellen in Petrischalen, aber um auf der sicheren Seite zu sein, benutzen viele Menschen keine Deos mit Aluminium mehr, und wer darauf verzichtet, sollte auch auf den Deokristall verzichten. Jules hat mir eine Episode des englischsprachigen Videocasts „Dunkelgrün“ empfohlen, wo es um Alaunbeizen und Aluminium-Toxizität geht.  Ich werde meinen Deokristall als Wollbeize verwenden, denn als Wollbeize werden die Aluminiumsalze gebunden und sind keine freien Moleküle mehr, die in den Körper gelangen können.

Stricken (00:37:18)

Ich habe all meine Projekte zu Ende gestrickt, die ich bis Ende 2018 geschafft haben wollte. Gerade habe ich noch schnell eine bunte „Wurm“ Mütze angeschlagen, die ich einem Bekannten von mir, der Bauer ist und mir auch hin und wieder Schafsvliese zum Spinnen schenkt, schenken will.

Meine Broad Street Mittens sind fertig (beide Paare), meine Travelling Leaf Socks ebenfalls, und dann habe ich schnell noch ganz einfache Armstulpen aus dicker handgesponnener Wolle gestrickt. Es gibt ein Muster, das so ähnlich aussieht, es heisst „Toast“ und obwohl das nur ein einfacher Schlauch aus 2 Links, 2 Rechts ist, kostet das Muster inzwischen 4,76Euro auf Ravelry, haha! Früher war das mal für lau, glaube ich, aber ich bin mir nicht sicher.

Spinnen (00:43:08)

Ich habe ja 2018 kaum gesponnen, und das soll sich 2019 ändern. Deshalb habe ich mich in der Gruppe „Spinnernetz“ angemeldet und möchte bei deren „Garncamp“ mitmachen, wo übers Jahr monatlich bestimmte Techniken aus dem „Spinners Book of Yarn Designs“ von Sarah Anderson nachgesponnen werden. Ich freue mich schon darauf!

Ausserdem verschenkt eine Freundin von mir mein erstes Spinnrad, ein „Wernekinck Edam“. Wer das Rad möchte, kann es in Leipzig abholen. Den Kontakt kann ich herstellen, bitte mir eine Mail schreiben an urbanespinnstube (at) gmail (dot) com.

Faserverzückter Jahresrückblick (00:47:00)

Wer auch einen machen möchte, findet hier die Fragen!  

Meine Projekte 2018

Ravelry hat ja schon seit einiger Zeit so eine praktische „Challenge“ Funktion, das ist ein Menüpunkt auf der Projektseite ganz oben rechts. Ich habe 2018 eingegeben, wieviele Projekte ich fertig bekommen möchte, und dann konnte ich in meiner Queue auch bei den Projekten angeben, wann ich sie beendet haben möchte, dann erscheinen sie mit dem Datum auf der Challenge-Seite.

Die Seite sagt mir, dass ich 2018 21 Projekte fertig gestrickt habe, und davon waren 12 Geschenke an andere, und 9 Projekte waren für mich. Mein größter Erfolg war es, das Laminaria, was seit 2016 in Arbeit war, zu Ende zu stricken, es ist super schön geworden. Ich habe es verschenkt, und dann habe ich noch zwei andere Lacetücher gestrickt, ein Torreyana und ein Spring Thaw Shawl, beide waren auch Geschenke. Ich hatte keine Lieblingsdesigner_in, ich hab eher so alte Klassiker gestrickt. Bei Events war ich auch kaum, bis auf das Yeti-Treffen zur „100% Wolle“ Ausstellung in Berlin, das war sehr schön. 2019 würde ich gerne etwas größeres anfangen, einen Pullover oder eine Strickjacke. Ob ich das fertig bekomme, weiß ich nicht, aber ich will auf jeden Fall so etwas anfangen.

State of the Stash

Jaaa – ich habe es geschafft! Ich habe 2018 nichts gekauft, gar nichts! Trotzdem habe ich mein Ziel, meinen Stash dieses Jahr mal zu verkleinern, nur ganz knapp erreicht, weil ich durch Korrekturen im Frühling 2018 feststellen musste, dass ich 6000 meter Garn mehr besitze, als ich zuerst annahm. Dafür werde ich 2019 es viel einfacher haben, meinen Stash zu verkleinern. Jawoll. Eine Freundin will ein No-Buy-Year machen und war von diesem Youtube Video inspiriert.

3 Schöne Dinge
  • meine beiden großen Radtouren
  • das Iron Maiden Konzert, echt ein Erlebnis!
  • Das kulinarische Freßweihnachten dieses Jahr
3 nicht so schöne Dinge
  • eine verlorene Freundschaft und damit verbundener Streß
  • eine schwere Erkrankung in der Verwandtschaft
  • zuviel gearbeitet
Buch, Film, Serie des Jahres

Ich habe kein Buch und keine Serie, aber ich war mal wieder im Kino und habe mir „Der Junge muss an die frische Luft“ angeschaut, ein Film über Hape Kerkelings Kindheit, der war toll, sehr süß und auch traurig. Ich habe die ganze Zeit geheult. ;)

Musik/Album des Jahres

Ich bin immer noch Metalhead und sage mal, das neue Album von Aborted „Terrorvision“.

Motto 2018/2019

Ich kann mich an mein Motto 2018 nicht mehr erinnern, daran kann man sehen, dass es damit nicht so gut geklappt hat, und daher nehme ich mir für 2019 gleich gar nichts vor. Ich lasse alles mal auf mich zukommen!

Wo ihr mich auf Social Media und im Fediverse findet: