Episode 135: Schöne Hefte und Draussen schlafen

Heute geht es um Faseradventskalender, Socken stricken, Wickelknäuel, Wolle als Funktionsfaser, Sicherheit als Radfahrende mit Hilfe einer Poolnudel, Zelten im Herbstregen, und Bullet Journaling.

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Die Shownotes:

Housekeeping

Ich habe endlich den Projektbeutel fertig genäht, den die Gewinnerin des letzten Faserverrückten Jahresrückblicks schon Ende Januar 2016 gewonnen hatte. Hüstel. Damit das nicht noch mal passiert, habe ich den Gewinn-Beutel für das kommende Jahr schon fertig, bzw. muss ich nur noch die Futternähte nähen.

Stricken (00:04:14)

Ich hatte ein Paar Neon Socken gestrickt, mit dem Muster „Jeck“ von Regina Satta. Das Garn ist von Lana Grossa.  Ich habe eine richtige traditionelle Käppchenferse gestrickt, einfach weil ich die schon laaaang nicht mehr gestrickt hatte. Während ich im Hangout über das Fish Lips Kiss Heel geredet hatte, hab ich versehentlich beim 2. Socken eins gestrickt, öhöm, dann musste ich das wieder auftrennen ;)

Vom Sweater Fitting gibt es kein Update, ich hatte einfach leider keine Zeit, mich damit zu beschäftigen. Allerdings muss ich es doch mal lernen, denn ich blicke auf einige Sweater zurück, die ich gestrickt habe und die dann nicht gepasst haben. Daher habe ich mal einen Sprout Cardigan verschenkt, oder einen Pulli selbst getragen, der eigentlich für wen anderen war, oder meinen Thermal Sweater getauscht.

Mein Laminaria Tuch hat auch keine Fortschritte gemacht, das liegt nämlich am #Novickel – dem November Wickelknäuel vom Queerfeministischen Faserkombinat. Ich habe ein Garn gekommen, das „The Yarn at Home Mom“ gefärbt hat und das mit Kaschmir ist. Wohoo – Luxus. Ich stricke „Childs French Sock“ aus dem Vintage Socks Buch von Nancy Bush.

Gestrickt hab ich ausserdem die Farfalle Socks von Orinda5 aus Wollgewandt Handgefärbter Sockenwolle.

Einpflegealong 8.10.16 Farfalle Socks

Wolle als Funktionsfaser (00:20:40)

Ich habe dazu den Artikel zu Wolle als Funktionsfaser von Dennis Keune aus dem Camp4 Outdoormagazin zusammengefasst. Das gibt es leider nicht online.  Sie bashen zwar die selbstgestrickten Sachen, denn sie wollen ja verkaufen, aber interessant ist es trotzdem. Die ersten Alpinisten haben sich in Wolle, Leinen und Seide gehüllt und diese Fasern haben sich unter extremsten Bedingungen bewährt. Es geht um die Isolationsfähigkeit von Wolle, die mit ihren Luftkammern immer für ein günstiges Klima sorgt. Aus sehr feiner Merinowolle kann z.B. gute Funktionsunterwäsche hergestellt werden, die sich seidig anfühlt. Das Geheimnis der Wollfaser ist ihre Schuppenstruktur, ihre Hohlräume und ihr Wollwachsgehalt: Sie kann Feuchtigkeit sehr gut managen. Sie nimmt Dämpfe auf, ohne sich nass anzufühlen, wehrt aber Regenwasser ab. Gleichzeitig müffelt sie nicht und wirkt antibakteriell, da sich Bakterien an den wachsigen Schuppen nicht festsetzen können. Weiter wirkt sie antistatisch und ist schwer entflammbar. Auch andere Schafwollen, nicht nur Merino, haben natürlich Funktion. Dann nehme ich halt kein Pommernschaf für Unterwäsche, aber auf die Strickjacke schwöre ich, was die muckelige Wärme angeht. Auch Moni vom Fiberthermometer Podcast hat schon mal über das Spinnen und Wollverwendung bei den Wikingern gesprochen.

Spinnen (00:32:12)

Ich habe kein richtiges Spinnprojekt in Arbeit, aber bald: Ich mache nämlich bei ZWEI (2!) Faseradventskalendern mit. Der eine ist von „Berlin spinnt“ und der andere von der Ravelry.com – Gruppe „Podcasting auf deutsch“. Ich freue mich schon aufs Anspinnen :) Meine liebe Not hatte ich mit dem exakten Teilen von 120g-Kammzügen in 12 Stücke zu 10g. Ich habe dann manchmal Teile gehabt, die nur 8g wogen und andere wogen 11 oder 12g. Daher habe ich noch einen weiteren 120g-Kammzug geopfert, und diesen zu 36 Teilen geteilt und alle Fasertütchen bekamen dann noch ein paar Gramm extra-Fasern dazu. In Zukunft sollte ich die Kammzüge deutlich grosszügiger bemessen, so dass kein Zöpfchen Fasern Untergewicht hat. Ein Tip, den ich auf Twitter bekam: Bei Depot gibt es braune oder weiße blickdichte Papiertüten, die schon in 24Stück-Packungen abgepackt sind. Sie kosten zwar 4 bzw. 5 Euro, je nach Grösse, aber besser als 48 Tüten zu kleben! Falls jemand das tun möchte, hier ist ein Video-Tutorial zum Tüten kleben. (Youtube Link)

Was ich grade toll finde (00:42:45)

..ist, sich mehr Platz im Strassenverkehr zu schaffen, indem man eine Poolnudel auf den Gepäckträger klemmt. Hier ist ein Artikel über Warren Huska, der das in Toronto so praktiziert.

urbane Selbstversorgung (00:48:56)

Hier geht es um die papierlose Toilette. Und um Körperausscheidungen, also wer das eklig findet, muss vorspulen. Ich kam darauf, weil ich neulich im Blog von Wanderluchs über Outdoor-Hygiene für Frauen las, und hier sind Menschen mit Vulva und Uterus gemeint. Letzteres habe ich ja seit einem Jahr nicht mehr, doch davor leistete mir ein Mooncup (ein Ruby-Cup) gute Dienste, und jetzt finde ich eine Outdoor-Stehpinkelhilfe toll. Die Namen dieser Produkte sind zwar etwas lächerlich, meine heisst z.B. „Pibella“, aber die Funktion ist einfach toll. Richtig angewendet, gibt es (bei mir) bei dem Röhrchen keinerlei Nachtropfen und die Notwendigkeit, sich mit Wegwerfpapier abzutrocknen, entfällt. Sonst gibts noch: Whiz Freedom, Tavel Mate und Freelax. Für das große Geschäft, oder zu deutsch: die Kacke, gibt es auch eine papierlose Alternative. Und die heisst: Abwaschen. Ich habe das von meinem Bruder gelernt, und der von Mitbewohnern aus dem arabischen Raum. Man kann ganz einfach eine Plastikflasche mit nicht zu weitem Hals dafür benutzen. Man setzt die Flasche mit der rechten Hand so an, dass das Wasser an der Poritze runter läuft, und mit der linken Hand wäscht man sich unter dem fliessenden Wasser ab. Natürlich wäscht man sich hinterher die Hände schön gründlich. Kleine Gießkannen sind auch gut geeignet, aber da die Plastikflaschenmethode auch funktioniert, habe ich mir keine Klo-Gießkanne zugelegt.

Der Yeti macht die Hefte schön (01:00:31)

Ich habe jetzt auch mit dem Bullet Journaling angefangen. Was das ist, könnt ihr in diesem Einführungsvideo von Ryder Carroll sehen, und hier gibt es einen tollen Blogeintrag von Micha (die auch pocastet) zu ihrem Bullet Journal.  Ich persönlich mache „Dailies“ – also tägliches Bullet Journaling, und eine „Done-List“ (das habe ich mir selber ausgedacht und ist eigentlich kein Teil von dem ursprünglichen System, aber das ist halt auch das Ding, dass man sich eigene Module ausdenken kann. Ausserdem habe ich einen Yoga-Tracker seit ein paar Tagen. bujo achievements Blick in mein Bujo

Schwank aus meinem Leben (01:11:09)

Aufgrund des Buchs von Wigald Boning „Im Zelt“ habe ich mich entschlossen, es doch mal mit Herbstcamping zu versuchen. Da „Kuhle Wampe“ leider schon zu hatte, sind wir zum „City Camp 1“ gefahren, und ich verbrachte eine halb schlaflose Nacht in der Einflugschneise des Flughafen Tegel. #Outdoor Küche im Vorzelt. Klar dass es dauerregen gibt. #zelten #draussenschlafen #twi #msrhoop

Es ist schwer zu sehen, aber auf dem Bild bin ich grad am kochen.

Ich habe aber lecker gekocht, dazu musste ich mir aber ein Messer ausleihen vom Campingplatz. Mein eigenes Messer hab ich Heldin ja vergessen.

Rezept für Bulgur-Vürstchen-Camping-Topf:

1 Zwiebel und 2 Zehen Knoblauch kleinschneiden, den Kocher anmachen und beides mit Olivenöl anschwitzen. Danach eine geschnibbelte Paprika, 2 geschnittene Seitan-Vürstchen und kleingeschnittene Kartoffeln darin anbraten. Das Ganze wird dann mit Salz, Curry und was man möchte gewürzt. Ich glaub, ich nahm noch frischen Ingwer, Kurkuma und Senfkörner. Wenn vorhanden, noch Tomatenmark hinzugegeben und Wasser drauf gekippt. Dazu kommt noch feines Bulgur. Das ganze köcheln lassen, bis das Bulgur gar ist und die Flüssigkeit aufgenommen hat. (Das Bulgur nicht zu früh dazugeben, die Kartoffeln haben länger Garzeit als das Bulgur).

Teechen + Outro (01:19:49)

Ich trinke heute weißen Tee mit Lychee Aroma :)

Viel Spaß beim Hören, und eine Faserverrückte Zeit und Stricken ohne Tränen!

Episode 107: Faserverrückter Jahresrückblick!

Diesmal gibt es keine Segmente oder die üblichen Sachen, sondern nur den Rückblick auf 2014. Das war vielleicht mal ein produktives und aktives Crafting-Jahr!

crafting 2014

Was ich 2014 unter anderem gestrickt habe.

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sollte der Browser vermelden, die Datei sei beschädigt: Keine Sorge, ist sie nicht. Es ist dann nur das Format, was nicht verstanden wird.

Die Shownotes:

Das Craftingjahr 2014
..war sehr produktiv und schön. Meine neue Herausforderung war, einen Raglan von oben zu stricken. Das war nicht schwer und klappte sehr gut! (Featherweight Cardigan) Ich habe fast 9km Garn verstrickt und hatte fast keine Probleme mit Tennisellenbogen. Das einzige, was mich dann doch fast die Armgesundheit gekostet hätte, waren Knitpro Cubics Nova Metall Sockennadeln in 2mm Stärke. Die waren echt die Hölle.

meine Lieblingsstücke
Zum Beispiel der Ribby Cardi, das Leftie und Tubularity von Martina Behm, und den schon erwähnten Featherweight Cardigan. Ich finde einfache, gut sitzende und praktische Kleidungsstücke am besten!

State of the Stash
Nach jahrelangem glücklichen und zufriedenem wenig-konsumieren dachte ich dieses Jahr, bestimmte Trends, neue Färberinnen und Wolle-Feste dürfen nicht spurlos an meinem Stash vorbeigehen. Deswegen kam viel Garn rein! Ich habe 9km Garn bekommen und fast genauso viel verstrickt. Ausserdem habe ich über 3000m Garn gesponnen und fast genausoviel vertauscht oder destashed. Insgesamt habe ich also einen Zuwachs von 1,5km. :D Ich erwähne die tollen Ringelsockengarne von Nicole C. Mendez

Gemeinsame Aktionen in der Fasercommunity
Was ich super fand, war das Yarnbombing zu den Ravellenics für LGBT* in Russland. Auch wieder schön, die Tour de Fleece, und die Wickelknäuel! Dann ein grosses Herz für den queerfeministischen Stricktreff und den versponnenen Salon und die schönen QFFK Hangouts. Ich kann echt nicht über Einsamkeit klagen!

Musik
Ich war endlich mal auf einem Konzert von Bad Religion!

Lieblingsdesigner_in
Stephen West – because absolute cutiiieeeee *kreisch*
Martina Behm – weil tolle praktische Teile!

3 Dinge, die ich nicht hätte missen wollen
1. Das tolle Zelt
2. Der super Urlaub mit dem tollen Zelt
3. die gute Stimmung in unserer kollektiven Bäckerei!

3 Dinge, die ich echt nicht gebrauchen hätte können.
1. Die vielen Krankheitsfälle
2. Stress mit Freund_innen
3. rassistische Pegida-Scheiße und der nicht enden wollende, penetrante Rollback in Deutschland.

Aufgehört
..habe ich mit dem Saxophonspielen *heul* – hoffentlich nicht für immer!

Motto für 2014
Ich konzentriere mich auf die Bäckerei und mache halt, was sonst noch so geht. Damit bin ich sehr gut gefahren, weil es mich einfach sehr entspannt hat, sich auf ein Ding zu konzentrieren, anstatt sich zwischen 10 Interessensgebieten selbst zu zerreissen.

2014 in einem Wort
Prioritäten

mein Motto für 2015
Fortschritt. Im Sinne von „auf dem Weg sein“.