Download:

Hier geht es zum Download der Audiodatei, oder ihr könnt sie euch auch anhören. Letzteres geht nicht immer, da ich meinen Podcast als AAC Datei zur Verfügung stelle. Nicht alle Browser oder Player kommen damit klar. In dem Fall braucht ihr eine mp3-Datei, die ihr euch online konvertieren könnt: Online-mp3-Konverter – hier gebt ihr die Adresse der Audiodatei ein und bekommt sie dann als mp3 zum Download angeboten.

URL: http://www.spiritvoices.de/pod/ep151.m4a

 

Shownotes

Housekeeping und Social Media Neuigkeiten: (00:00:00)

Vielen Dank für euer Feedback für die letzte Episode!

Ich habe die letzten Jahre immer am Jahresende einen faserverzückten Jahresrückblick ausgerufen, mit Verlosung, und dieses Jahr werde ich das nicht machen. Aber es wird trotzdem einen geben, den gibt es dann einfach als Podcast- und Blogstöckchen für alle, die es für sich machen wollen. (Der Link führt zum Ravelry Forum, wo ich einen Thread dazu eröffnet habe).

Ich bin wieder bei Instagram. Manche Kontakte würde ich sonst verlieren, wenn ich nicht wenigstens auf einer Plattform des Facebook Konzerns aktiv bin. Dafür hat mir Mannisdottir den super Tip gegeben, wie man Instagram am Rechner vorgaukelt, ein Mobiltelefon zu sein.

Disclaimer: Ich mache hier keine Rechtsberatung, ich gebe nur meine Meinung weiter, und erzähle, was ich bis hierhin erfahren habe zu dem Thema:

Zur Werbung auf Social Media: Wir haben das im Podcasting auf deutsch–Forum diskutiert. Die Bloggerin und Influencerin Vreni Frost hat in einem Post eine Marke verlinkt und erwähnt, darauf wurde sie abgemahnt, ging vor Gericht und hat verloren.

Danach gab es viel Panik, dass nun niemand mehr sicher sei, wenn wir Produkte auf Social Media erwähnen. Auch bei uns Podcastenden. Ich erzähle vom früheren Fall  „Landgericht Hamburg“, das angeblich entschieden hatte, dass alle für die Inhalte der Seiten, die sie verlinken, verantwortlich seien, es sei denn, sie würden sich davon distanzieren. Damals war auch viel Panik und alle setzten diese Disclaimer auf ihre Webseiten, dabei hatte das Landgericht Hamburg etwas ganz anderes entschieden: Jemand hatte mit dem Mittel kuratierter Links eine Webseite geschaffen, die jemand anderen schädigt, und dies geschah durch das Sich-Zueigenmachen der verlinkten Inhalte und deren Zusammenstellung. Gewöhnliche Links waren von dem Gericht nie gemeint.

Ähnlich war das mit dem Fall von Vreni Frost: Ein Gericht hat geurteilt, dass sie als gewerbliche Influencerin* mit einem Post ein geschäftliches Interesse verfolgte, obwohl sie keine konkrete Gegenleistung für den Post erhalten hatte.  Das heißt jetzt für mich, dass ein Gericht bei einer Privatperson, die keine Kooperationen mit Firmen eingeht und nur über ein selbst gekauftes Produkt redet, wahrscheinlich nicht genauso urteilen würde. (Garantiert ist natürlich nix) Hier gibt es das gesamte Urteil mit Begründung zu lesen.  Ist spannend!

Vreni Frost zeichnet auch nicht deshalb seither all ihre Posts als Werbung aus, weil sie Angst hat, sonst wieder abgemahnt zu werden, sondern als politische Aktion/Demonstration, die zeigen soll, wie sinnlos es im Sinne des Verbraucher*innenrechts wäre, , wenn Leute nun _alles_ als Werbung kennzeichnen würden. Das entnehme ich den kämpferischen Posts auf ihrem Blog. Ich kann das mitmachen, wenn ich es sinnvoll finde, (z.B. mit dem Hashtag #weilalleswerbungist), aber ich kann es auch lassen, ohne mich in große Gefahr zu bringen.

Hier gibt es noch einen Artikel, der meiner Ansicht nach die Aufregung um das Urteil etwas auf den Boden der Tatsache holt: „Absurdes“ Instagram Urteil gegen Vreni Frost? So einfach ist das nicht!

Die Landesmedienanstalten haben nun auch ihren Leitfaden von 2015 aktualisiert, hier findet ihr den aktuellen „Leitfaden zu Werbekennzeichnung auf Social Media Angeboten„.

Nun endlich zum..

Stricken (00:16:58)

Ich stricke gerade die Broad Street Mittens von Janis Cortese aus handgesponnenem Garn, und ich liebe sie so arg, dass ich schon am zweiten Paar bin. Das erste geht bald auf die Reise, das zweite wird für mich sein.

Davor hatte ich das #Novickel Projekt fertiggestrickt, es wurden BFF Socks von Deby Lake und Handstulpen für eine Freundin.

Ausserdem habe ich noch den „Schwarzen Öko-Kolben“ gestrickt, eine Mütze aus dickem, selbstgesponnenem Garn, das eher rustikal ist. Deshalb habe ich die Mütze noch mit Fleece gefüttert. Das Muster war „Dylans Beanie“ von Wooly Wormhead.

Jetzt habe ich ausser den Handschuhen nur noch die „Travelling Leaf Socks“ von Claire Butler in Arbeit, hoffentlich schaffe ich diese noch dieses Jahr zu beenden.

Meine Stashverkleinerung 2017 scheint zu klappen, aber nur, weil ich ein wenig schummle, aber ich bin auch beschummelt worden: Im Februar habe ich einigen Stash in meiner Ravelry-Datenbank von „Trade/Sell“ zurück gestellt auf „In Stash“ und musste feststellen, dass mir dann das Garn zum Stash dazu gezählt wurde. Ich hatte es lang vorher erworben, aber es war nicht gezählt worden, als ich es als „Trade/Sell“ deklariert hatte. Ich habe jedenfalls 2018 nichts gekauft und viel gestrickt und trotz Tour de Fleece und ein paar Garngeschenken sollte ich eigentlich ganz schön im Minus sein. Ende des Jahres ist Kassensturz.

Ausserdem habe ich mein 10 Jähriges Strickjubiläum gehabt! am 27.11.2008 habe ich mit dem Stricken angefangen, um meine Hände zu beschäftigen, weil ich damals kurz vorher aufgehört hatte, zu rauchen. Eine der besten Entscheidungen meines Lebens!

urbane Selbstversorgung (00:30:50)

Ich versuche mal wieder (seit ca. einem Monat) möglichst plastikfrei zu leben. Mein erster Versuch war vor einigen Jahren, inzwischen ist es ja auch ziemlich in, und fällt daher schon leichter, weil sich manche Geschäfte darauf schon langsam einstellen.

Was ich früher nie geschafft habe, war Käse unverpackt zu bekommen. Inzwischen packen sie mir den Käse auf dem Wochenmarkt und in einem kleinen Bioladen in meine eigenen Gefäße. Essig und Öl bekomme ich bei „vom Faß“, aber da ist es ziemlich teuer, finde ich.

Mehl, Zucker, Salz, Saaten, Nüsse etc. kann ich aus unserer Bäckerei unverpackt bekommen, bzw. fülle es mir selber aus dem 25kg Sack ab und bezahle das dann nach Gewicht. Nudeln mache ich inzwischen selbst, weil ich eine Abneigung habe, Markenprodukte kaufen zu müssen, und den teuren Namen zu bezahlen, weil nur Markennudeln im Karton erhältlich sind.

Ricotta und Pflanzenmilch wird auch selber gemacht. Rezept für Pflanzenmilch + Rezept für Ricotta (sorry, amerikanische Maßeinheiten, it’s a pain in the ass).

Milch + Joghurt bekomme ich von regionalen Molkerien in Glasflaschen.

Gemüse, sollte man meinen, gibt es eh lose, aber in den letzten Jahren sind Gemüse in Supermärkten so oft in Plastik eingepackt. Deshalb muss ich auch das zunehmend auf dem Wochenmarkt kaufen.

Süßigkeiten müssen auch meistens selbst produziert werden, weil es die schwerlich unverpackt fertig gibt.

Waschpulver gibts im Karton. Linsen und Bohnen etc werde ich zukünftig im Unverpackt-Laden kaufen, der ist eigentlich nicht so geeignet für den täglichen Einkauf, weil er nicht in meiner Nachbarschaft liegt. Aber auf dem Heimweg von der Arbeit kann ich ihn mit geringem Umweg per Rad erreichen.

Was ich noch in Plastik kaufen muss: Katzentrockenfutter. Die Katze frisst das Futter im Karton nicht. Und Zahnputzprodukte, weil ich eine elektrische Zahnbürste habe und die auch weiter zu benutzen gedenke.

Ich denke aber nun nicht, dass Zero Waste die Welt rettet und dass es gut ist, die Verantwortung auf so eine Weise auf die Verbrauchenden abzuwälzen.  Und wir dürfen nicht vergessen, dass sich nicht alle diesen Lifestyle Konsum leisten können. Ökologisch wird sich erst was bessern, wenn wir auch Druck auf Politik und Firmen ausüben, nicht nur durch individuellen Verzicht. Aber Verzicht ist es für mich eigentlich nicht:

Dieses Zero Waste ist für mich eine krasse Bewusstseinsübung, mir kommt es fast vor, als sei ich aus einem zerstörerischen Karussell ausgestiegen. Von überall her bekommen wir Plastik reingestopft, und werden mit Konsum zugeschmissen, und jetzt, wo ich Konsum gut überdenken und planen muss, merke ich, dass ich doch weniger kaufe und konsumiere. Dadurch gebe ich tatsächlich nicht mehr Geld als vorher aus, obwohl die Lebensmittel deutlich mehr kosten.  Ich mache mehr selbst, das bringt Entschleunigung und ungeahnten Lebensgenuß.

Tortellini mit Spinat und Ricotta Füllung

Deswegen kommt es mir vor, als würde ich im Luxus schwelgen. Ich merke schon, dass ich jetzt auch eine bessere Qualität von Lebensmitteln bekomme. Ich halte Euch auf dem Laufenden, wie es weiter geht!

Was ich grade toll finde (00:51:09)

Ich mag gerade Kleinanzeigen und unseren Schenkladen, denn da kann ich Dinge finden, die ich adoptieren kann, und Dinge, die ich nicht mehr benutze, finden ein neues Zuhause. Ich habe meine Djembe in supergute Hände abgeben können, es war ein Musiker und Trommellehrer, der sie mit mir gegen handgefärbten Stoff aus Gambia getauscht hat. Ich habe eine klasse Nudelmaschine bekommen und mache die ganze Zeit Nudeln damit und bin total happy. Und einige Bücher, die mir nichts mehr sagen, die aber noch ein Publikum finden, habe ich auch woanders hin geschickt. Win-Win!

Das war es für heute, vielen Dank fürs Zuhören und eine faserverzückte Zeit und Stricken ohne Tränen!

—– Fußnote —

*Im Urteil steht: „Für das Vorliegen einer geschäftlichen Handlung spricht weiter, dass die Antragsgegnerin – wie sich in der mündlichen Verhandlung herausgestellt hat – eine Projektmanagerin beschäftigt und ihre Geschäftsanschrift in den Räumen einer Werbeagentur unterhält. Es handelt sich bei der Antragsgegnerin mitnichten um eine Privatperson, die ihre persönlichen Vorlieben im Internet veröffentlicht. Ebenso wenig handelt es sich bei den streitgegenständlichen Posts um redaktionelle Inhalte. Vielmehr werden Produkte zu kommerziellen Zwecken präsentiert und deren Herkunft benannt.“

Das Gericht hat also erst mal geguckt, ob es sich um eine einfache Internetnutzerin handelt oder um jemanden, der geschäftlich Beiträge verfaßt. Das Gericht hat auch ihre Follower gezählt und erwogen, was Vreni Frost an Reichweite hat.

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Ein Gedanke zu “Episode 151: Endlich wieder Plastikfrei!

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