Episode 158: Sweater Knitting Weather, zweiter Versuch!

Heute geht es um den Klimastreik im September, mein Großprojekt 2019, die Strickjacke, den BIPoC Makealong, das Nachspinnen von Garn, Fahrradfahren auf dem hügeligen Land und meine Jugend, und Meditieren mit einer App.

Anhören/Download der Episode:

Ich habe den Podcast im AAC Format aufgenommen (m4a Datei), wer das zu mp3 konvertieren muss, kann das hier tun: https://audio.online-convert.com/convert-to-mp3

Adresse der Audiodatei: http://www.spiritvoices.de/pod/ep158.m4a

:-)

Die Shownotes

Housekeeping (00:00)

Musik wurde kostenlos zur Verfügung gestellt: „Road Trip“ von Pyrosion (Titelmelodie + Abspann) CC-BY-SA 3.0
„Electro 1a“ und „Nineties1“ von Eric Späte vom Kinocast (Jingles) –> CC-BY-4.0
Vielen Dank!

Dieser Podcast ist ebenfalls Creative Commons Lizensiert: CC-BY-SA 4.0

Zwar sage ich im Podcast, dass ich im September zweimal aufgenommen habe, aber ich habs nun erst, im Oktober, geschafft, zu editieren und zu veröffentlichen. Somit wars nix mit zwei Folgen pro Monat! Buuuh!

Vielen Dank an Alle für Feedback und „Likes“ klicken, auch wenn ich auf den großen Social Media Plattformen gar nicht mehr aktiv bin.

Der Klimastreik war super, wir haben mit unserem Bäckereikollektiv gestreikt und statt unserem Sortiment nur eine Brotsorte gebacken und die Brote dann mit dem Fahrrad als Mini-Fahrradkorso ausgeliefert – mit Schildern und Trillerpfeifen waren wir eine eigene kleine Demo. Danach waren wir noch auf der Großdemo und die war echt sehr groß. Die Leute haben gar nicht auf die Route gepasst und es mussten daher mehrere Demos gebildet werden auf verschiedenen Routen.

Ausserdem ist wieder #Inktober und ich mache mit, auf Mastodon haben wir uns schon lose verabredet, gemeinsam zu zeichnen.

Stricken (07:50)

Letztes Mal habe ich ja gejammert, dass ich so wenig gestrickt hatte, und dass ich ja eigentlich einen Pulli anschlagen wollte. Und HAHAAAA den hab ich angefangen! Es ist in Wirklichkeit eine Strickjacke, und zwar „Cassidy“ von Bonne Marie Burns. Von ihr habe ich schon mal den Ribby Cardi gestrickt, und das hat mir sehr gut gefallen. Wo wir schon dabei sind, herzlichen Glückwunsch an Cassidy von Ravelry zum Coming out als Ravelry’s Oberprogrammiererin! Woohoooooo! Cassidy ist übrigens ein geschlechtsneutraler Name, das wusste ich vorher nicht.

Leider ist mir mein Plan nicht aufgegangen, nachdem ich zwei handgesponnene Cablé Garne verwenden wollte, und das zweite ist leider viel zu dünn, dass es im selben Projekt passt. Und das andere, das „Plan B“ war, hat leider eine viel zu dominante Textur, als dass ich im selben Projekt gut aussehen würde. Insofern muss ich jetzt erst mal Garn nachspinnen. Ich habe das Rückenteil und beide Vorderteile fast fertig, und bin jetzt gleich mit dem Garn zu Ende, das da war.

Ausserdem habe ich gerade gar kein Kleinprojekt, und möchte gerne was zum BIPoCMakealong stricken, der von September bis Ende November 2019 läuft. Hier der Blogpost bei Desamour Designs mit Allen Infos! und hier ist ein Ravelry Bundle (ich raff das mit diesen Bundles nicht) mit BIPOC Designers auf Ravelry. Wer mitmachen möchte, kann die Posts mit #BIPoCMAL2019 taggen. Wer auf Instagram oder Facebook mitmacht (also ich schon mal nicht) kann auch Preise gewinnen!

Ich mochte das „pay what you can“ System von Arohaknits, nachdem alle verschiedene Coupon Codes verwenden können, je nachdem wieviel sie für die Strickmuster bezahlen können. Z.b. hier bei diesem Muster. Hier gibt es auch noch ein Blogprojekt, das BIPoC Designer und Dyer vorstellt: https://bipocmakersproject.wordpress.com/

Spinnen (28:18)

Ich bin voll am Produktions-Spinnen um Garn für meine Strickjacke nachzuspinnen. Ursprünglich habe ich das Garn 2011 gesponnen aus dem Kammzug „Herrmann“ vom Wolllust Schurwollversand. Den hatte ich damals von Ronny geschenkt bekommen, und jetzt fand ich den Schurwollversand wieder und sie hatten sogar noch die selbe Faser vorrätig. Ich habe mir gleich ein Kilo dieser Faser bestellt, ich bin damit leicht überversorgt, aber bei nur 500g hätte der Wert der Ware quasi nur knapp die Versandkosten überstiegen, und ich wollte doch ein wenig mehr Wolle im Verhältnis zu den Versandkosten bekommen.

Ich habe dann das alte Garn zerlegt und die einzelnen Teile auf ein Kärtchen gewickelt, und versuche das jetzt genauso nachzuspinnen. Bisher sieht es sehr gut aus, nur ist mein Drall nicht wirklich ausgeglichen..

Ich habe mein Henkys Spinnrad verliehen, auf dem ich die Faser damals mit Spulenantrieb und 9:1 Übersetzung gesponnen hatte, und jetzt spinne ich es mit 20:1 Übersetzung auf dem zweifädigen Schacht-Reeves Rad. Nunja, das kann ja nur gutgehen!

Ansonsten bin ich noch an meinem Großprojekt, mit selbst kardiertem BFL/Seide/Add-ons, das wird ein überwiegend graues Garn, das ich nachher noch färben möchte, aber so, dass man die zusätzlich eingesponnenen Fasern dann noch erkennt. Ich würde das dann eher dezent und nicht an allen Stellen färben.

urbane Selbstversorgung (37:43)

Hier geht es wieder ums Radfahren, und ich nehme doch den Cliffhanger von der vorletzten Episode wieder auf. Da wollte ich nämlich davon reden, ob man auf dem Land mit dem Rad sich fortbewegen kann oder nicht. Ich bin nämlich auf dem Land aufgewachsen und rückblickend muss ich sagen: Ich hätte auf dem Land viel mehr das Fahrrad nutzen können, als ich es damals getan habe.

Ich habe damals auf dem Dorf gewohnt und mein Sozial- und Schulleben spielte sich in der 11 km entfernten Stadt ab. Ich war damals – obwohl ich manchmal mit dem Fahrrad in die Schule gefahren bin – völlig vom gefahren werden abhängig, denn ich war ein Kind/Teenager und hatte keinen Führerschein, und als ich 18 wurde, habe ich ihn als die einzige mir bekannte Person in meinem Alter gar nicht erst gemacht. Dass ich so wenig das Rad benutzt habe, lag meiner Meinung nach an einer Blockade im Kopf. Denn ich bin in die Stadt rein getrampt, und weil ich dann nicht mehr raus kam, bin ich oft die 11km zu Fuß gegangen. Das dauerte Stunden, und das mitten in der Nacht mit Wildschweinen usw… ich weiß ja auch nicht.

Auf meinem Schulweg war das Fahrrad auch nicht langsamer als der Schulbus. (Der musste nämlich noch auf halber Strecke umkehren und in noch ein anderes Dorf, ein paar Kinder abholen).

Und ja, das Thema Berge: Ich komme aus einer Gegend mit Bergen, und ich bin auch letztes Jahr 1000 Kilometer von Leipzig nach Tuttlingen gefahren, und davon waren vielleicht die ersten 50 km Flachland, danach war kein Flachland mehr. Trotzdem waren die wenigsten Strecken bergig, denn Straßen werden meistens so angelegt, dass Menschen Steigungen möglichst vermeiden und ebenerdig von A nach B gelangen. Z.B. in Flusstälern. Sollte es doch unvermeidbar sein, Berge zu fahren, wäre ein E-Bike eine gute Lösung. (Meine Mutter hat sich letztes Jahr eins gekauft und ist mit mir dank E-Bike 600km Havelradweg gefahren)

Allerdings ist es sehr fies, dass die Radwege oft über die Berge gehen, während die Land- und Bundesstrassen durchs Tal geleitet werden. Da müsste noch in der Zukunft was passieren und für den Radverkehr auch mitgedacht und mitgebaut werden. Da frage ich mich, ob es auch an der „Schere im Kopf“ liegt, mit der sich die Planenden selber zensieren, dass Radverkehr von vornherein nicht als ernsthaftes Transportmittel mit eingeplant wird.

Für uns als Gesellschaft wäre es statistisch gesehen jedenfalls super, wenn mehr Rad gefahren würde, denn wir leiden als Gesamtgesellschaft an Bewegungsmangel und an den entsprechenden Folge-Erkrankungen. Im Tagesspiegel, einer Berliner Tageszeitung, gab es mal ein Special über Radfahren in Dänemark, und einer der Planer dort sagte, dass man ein Vielfaches einspart an Gesundheitskosten, weil die Leute eben insgesamt viel fitter und gesünder werden, wenn sie sich mehr bewegen.

Eine Freundin von mir ist vor einigen Jahren täglich mit dem Rad zur Arbeit in die Stadt gefahren, anstatt wie vorher mit dem Auto, und sie hat das fotografiert und auf Instagram als „DailyUrlaub“ getaggt. (Die Beiträge sind leider nicht mehr online oder waren privat, daher tauchen sie in der Hashtag Suche nicht auf) Das ist auch ein Vorteil vom Radfahren auf dem Land: Die Landschaft ist schön, es ist nicht so laut und auch nicht so stressig wie in der Stadt.

Was ich grade toll finde (53:46)

Ich finde gerade geführte Meditationen toll. Dafür verwende ich momentan die kostenlose App „Insight Timer“. Obwohl die auf meinem alten Telefon nicht ganz reibungslos läuft, kann ich damit noch ganz okay meditieren. Und es tut mir sehr gut, denn für mich funktioniert Stricken und Spinnen als Meditation gar nicht. Ich kann dabei nicht abschalten, sondern im Gegenteil: Ich komme dabei eher ins Grübeln. Von daher ist meditieren genau das Richtige!

Ich hoffe, es hat Spaß gemacht zuzuhören, ich wünsche Euch eine Faserverzückte Zeit und Stricken ohne Tränen!

Episode 157: Es herbstelt

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:-)

Shownotes

Housekeeping (0:00)

Ich erzähle euch ein wenig vom Sommer, nachdem ich seit Mai keinen Podcast aufgenommen hatte. Ausserdem ist die Intro Musik Creative Commons Lizensiert und heisst „Road Trip“ von Pyrosion.

Stricken (3:24)

Ich strickte seit gut ein paar Monaten die Kiila Socken von Yarnissima, aber Anfang August sind sie endlich dann fertig geworden. Juhu! Auf meiner Havelradtour hatte ich sie dann das erste Mal an und sogar endlich mal ein Projektfoto gemacht. Benutzt hab ich dafür ein Hauptstadtfarbe Sockengarn in taubenblau-Semisolid. Jetzt stricke ich ein Paar Restesocken aus den Resten der letzten drei Paar Socken, die ich gestrickt hatte. Ich müsste mal ein Projekt dafür anlegen..

Spinnen (11:29)

Ich habe wieder bei der Tour de Fleece mitgemacht. (Leider kaum in den Team-Threads gepostet, mimimi) und habe mein TDF-Projekt von 2018 (?) zu Ende gesponnen: ein dreifädiges weißes Garn aus Wolle/Seide. Dann habe ich noch ein pinkes Garn aus Malabrigo Nube und ein blaues Garn aus einem BFL-Mix Kammzug gesponnen, und ein Großprojekt angefangen, aus 600g grauem BFL, das ich mit lila Seide, Bambus und bunten Merino-Resten zusammenkardiert hatte.

Dabei habe ich statt dem TDF-Besenwagen mit dem Transcontinental Race Nr. 7 (#TcrNo7) gesponnen. Das Transcontinental ist ein Ultra Endurance Fahrradrennen, das quer durch Europa geht, und wo alle auf sich selbst gestellt sind und auch ihre eigene Route planen. Ich bin völlig dem „dotwatching“ verfallen und habe das Ganze sehr gern verfolgt!

Der Yeti macht die Hefte schön (25:49)

Ich habe mir trotz des NoBuy Jahres 2 neue Füller gekauft. (Mehr zum NoBuy später)

Das eine ist ein TWSBI Diamond Kolbenfüller, den ich über ebay Kleinanzeigen in meiner Nachbarschaft gefunden habe, und der fantastisch schreibt, und zeichnet, und der andere ein Lamy Safari in durchsichtig und mit extra-feiner Spitze. I LOVE THEM!

Urbane Selbstversorgung (35:25)

Ich mache ein Update wie es mit dem Müllvermeiden und dem Kaufnix-Jahr läuft. Eigentlich ganz gut, muss ich sagen! Allerdings hatte ich auch so meine Schwächemomente. Einfach irgendwelche Kauflust auf nichts bestimmtes. Ich habe das bekämpft, indem ich ein riesiges Stück Parmesan gekauft habe. So.

Was die Kauferei angeht, wollte ich eigentlich mein ein-Personen-Zelt verkaufen und mir dafür ein anderes kaufen, aber habe dann nach dem Verkauf doch keinen Ersatz beschafft, weil ich einfach keines brauche. Ich habe ein kleines 2 Personen-Zelt, das ohne weiteres auch für eine Person geht.

Und ausserdem möchte ich euch noch an den Klimastreik am 20.9. erinnern – mit Fridays for Future zusammen auf die Straße gehen – ich und meine Kollegis sind jedenfalls dabei!

Was ich grade toll finde (45:59)

Ich habe endlich wieder einen grünen Daumen und meine Zimmerpflanzen danken es mir und gedeihen gerade so richtig gut! So gut, dass ich STecklinge weggeben musste, und dann bekam ich meinerseits Stecklinge, und jetzt habe ich viele neue Pflanzen. Aloe Vera, Duftgeranie, Schefflera und eine duftende südamerikanische Pflanze, deren Namen ich nicht kenne.

Danke fürs Zuhören, eine faserverzückte Zeit und Stricken ohne Tränen!

Episode 156: Start in die Fahrradsaison!

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Ich habe diesmal den Podcast wieder im AAC Format (m4a Datei), wer das zu mp3 konvertieren muss, kann das hier tun: https://audio.online-convert.com/convert-to-mp3

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Die Shownotes

Intro + Housekeeping

Hier die wunderbare Soundcloud Seite von Musiker „Pyrosion“ von dem ich mein neues Intro habe.

Stricken: (00:02:57)

Die erste Kiila Socke ist fertig, haha! Vor zwei Wochen war sie halb fertig, daher habe ich eine halbe Socke seitdem gestrickt, unfassbar, wa? Allerdings hatte ich eine Woche Strickverbot, weil ich einen Epicondylitis-Schub hatte, der jetzt abgeklungen ist. Seit drei Tagen stricke ich wieder. Ich habe die Leggings, die ich vor 10 Jahren gestrickt hatte, nach dem Muster „Nether Garments“ von Elisabeth Zimmermann, etwas zurückgeribbelt um sie an der Hüfte neu zu formen und ein neues Bündchen dran zu stricken. Sie war viel zu weit und zu hoch gewesen. Seit einem Monat liegt sie quasi bereit, seit ich „Aufräumen mit Marie Kondo“ praktizierte. Und jetzt habe ich sie angepackt!

Leider habe ich seit einigen Wochen wieder Mottenprobleme in der Wohnung, und ich kann mir nicht vorstellen, wo sie nisten. Ich habe soviel aufgeräumt und aussortiert, und meinen Stash habe ich auch letzte Woche nochmal durchgesehen – und der ist sauber. Viel habe ich nicht gefunden. An den Filz-Schlägel meiner Rahmentrommel sind sie rangegangen. Sie waren in den Katzenhaaren, die die Katze in ihrer Schlafkiste hinterlassen hat und ein paar wenige waren an den Wollresten, die ich aus der Kardiermaschine nicht raus bekommen habe. Ich habe jetzt noch ein sehr flauschiges Schaffell im Verdacht, das werde ich mit einem katzenfreundlichen Mittel besprühen, das eigentlich gegen Katzenflöhe gedacht ist. Aber es kann auch Motten bekämpfen. Und es schadet der Katze nicht.

Der Yeti macht die Hefte schön: (00:15:31)

Ich erzähle von meinem Zeit-Tracker und von meinem Zeitmanagement als Bäckerin und Mitglied in einem Kollektivbetrieb. Wer Infos zum Bulletjournaling sucht, findet auf Bulletjournal.com eine Einführung.

Mein Zeittracker hilft mir sehr dabei, einen Überblick zu haben, was und wieviel ich gearbeitet habe. Das hilft mir wieder dabei, zu merken, wo es zuviel wird und mir auch Auszeiten einzuplanen.

Das andere Thema sind wöchentliche Spreads vs. „Daily Logs“. Im Originalsystem gibt es keine wöchentlichen Doppelseiten. In einem „Monthly log“ werden die Termine und To-Do’s des Monats eingetragen, und dann gibt es die „Daily Logs“, die mit dem Monthly Log zusammenarbeiten.

Viele Leute, ich auch, haben angefangen, „Weekly logs“ zu führen, und ich habe festgestellt, dass es sich mit dem Monthly Log UND mit den Daily logs überschneidet. Daher fängt dann immer irgendwas an, etwas zu schleifen. Trotzdem fand ich die Weekly Logs gut, um z.B. meine Fahrrad-Kilometer zu tracken, und meine Ausgaben. Vielleicht muss ich das in die Daily Logs einfach integrieren.

Was ich gerade toll finde (00:29:23)

Hier gehts wieder um Radtouren, ich erzähle von meinen ersten zwei Radtouren 2019. Die eine war zu Ostern, die andere Anfang Mai, mit einer Übernachtung im Zelt. Es geht um Biwak- und Wasserwanderrastplätze, von denen ich früher nur weniger kannte, aber inzwischen gibt es (wieder) sehr viele! Gute Infos gibt es z.B. auf https://www.flussinfo.net

Ich benutzte eine schöne, alte Radwanderkarte von 1997, die Wege kannte, die heute gar keine offiziellen Routen mehr sind. Das war super, und sehr spannend.

Gezeltet habe ich auf einem netten Biwakplatz in Werder (Spree) und dann bin ich nach Storkow gefahren und mit dem Zug zurück.

Die zweite Tour ging nach Mönchwinkel und Fürstenwalde, mit Freundin + Kids, und dann sind wir auch mit dem Zug zurück gefahren.

urbane Selbstversorgung (00:55:03)

Aus Zeitgründen muss ich darauf verzichten, auf unsere Klimadiskussion weiter einzugehen, aber dafür habe ich für euch einen Artikel ausgegraben der da titelt: „Wie schnell sind wir wirklich? Das Konzept der effektiven Geschwindigkeit“.

Dabei gehts darum, zu schauen, wieviel Zeit wir für unsere Fortbewegung tatsächlich zubringen, und das bedeutet, wieviel Zeit man z.B. arbeiten muss, um das Geld zu verdienen, um sich das Auto leisten zu können, das man fährt. Und dass das mit einkalkuliert wird, wenn man die Geschwindigkeit eines Fahrzeugs berechnet.

Das war es für dieses Mal auch schon wieder. Ich wünsche viel Spaß beim Hören, eine faserverzückte Zeit und Stricken ohne Tränen!

Epidode 155: Leipziger Wollefest 2019

Heute geht es um das Leipziger Wolle-Fest, meine aktuellen Strickprojekte und Minimalismus, Spinnen und meine neue Fingerkunkel, und es gibt ein Update vom plastikarmen Leben.

Download

Ich habe diesmal eine mp3 Datei gemacht, deshalb packe ich jetzt keinen Link zum Dateikonverter hier rein, im Allgemeinen sind mp3’s ja sehr kompatibel mit Allem. Aber dafür habe ich ihn in der Sidebar verlinkt, falls ihn also doch jemand braucht, einfach rechts im Menü klicken. Die Adresse der Datei ist:

http://www.spiritvoices.de/pod/ep155.mp3

Die Shownotes

Intro + Housekeeping

Ich halte das mal aus Zeitgründen ein wenig kurz und verlinke einfach nur alles, worüber gesprochen wird. Zunächst seien genannt, die wunderbare Soundcloud Seite von Musiker „Pyrosion“ von dem ich mein neues Intro habe. Das Outro ist von LeGang und heisst „I don’t need U 2 say anything“ und alles beides fand ich bei Audiolibrary.com.co

Stricken (00:03:56)

Ich habe fertig: Monkey Tabi Socken – der Klassiker von CookieA meets Tabi Socks von Camy Tang. Ausserdem ist das „Age of Brass and Steam Kerchief“ fertig.

Zur Zeit in Arbeit: Die Kiila Socken von Yarnissima.

Tip: Socken, die zum Verschenken gedacht sind, zu einer Rolle einrollen und in ein ausgespültes Marmeladenglas stecken, das ist dekorativ und dann kommen hoffentlich auch keine Schädlinge rein, wenn sie noch ne Weile rumliegen bevor sie verschenkt werden.

Spinnen (00:12:47)

Ich habe mir bei Peter Locke eine Fingerkunkel gekauft (ich habe ihm einen Prototypen abgeschwatzt, weil ich sie so klasse fand) und eine Kopfspindel habe ich mir auch gegönnt.

Darauf spinne ich ein Merino-Seiden-Batt, das ich schon seit Ewigkeiten in meinem Stash habe.

Ich hab mir auf Mastodon vorgenommen, einen #DailySpindle Thread zu schreiben. Hier geht es zu allen Postings mit „DailySpindle“. (Um alles zu sehen, müsst ihr bei „Show more“ draufklicken und auf die Bilder)

Urbane Selbstversorgung (00:20:35)

Wie geht es mit dem plastikarmen Leben voran? Ich mache ein Update und rede darüber, warum es jetzt recht dauerhaft klappt, und es das letzte Mal wieder eingeschlafen war.

Dann rede ich über vielfliegende Zero-Waste Ikonen, wie schlimm Fliegen eigentlich ist, und darüber, dass es jetzt angeblich eine „Flugscham“ Bewegung gibt.

Events (00:40:30)

Ich war auf dem Leipziger Wolle-Fest, das war ganz nett! Leider gab es kein großes Yeti-Treffen, dafür haben wir allerlei andere Leute getroffen an unserem Yeti-Tisch. Wer’s lesen will, ich habe einen Blogeintrag dazu geschrieben mit vielen Fotos: Ich war auf dem Leipziger Wolle-Fest, ohne Wolle zu kaufen.

Das war’s – ich wünsche euch eine faserverzückte Zeit und Stricken ohne Tränen!

Episode 154: Konmari und Kimchi

Heute geht’s um aktuelle Strickprojekte, die große Stashbeschau 2019, ganz kleines bisschen Färben, ein in den Kinderschuhen verlassenes Spinnprojekt, (vielleicht doch nicht), das fermentieren von Kraut (hier für Kimchi) und Aufräumen mit dem Buch von Marie Kondo.

Download

Hier gibt es den Download der Audiodatei, oder ihr könnt sie euch auch im Browser anhören. Letzteres geht nicht immer, da ich meinen Podcast als AAC Datei zur Verfügung stelle. Nicht alle Browser oder Player kommen damit klar. In dem Fall braucht ihr eine mp3-Datei, die ihr euch online konvertieren könnt: Online-mp3-Konverter – hier gebt ihr die Adresse der Audiodatei ein und bekommt sie dann als mp3 zum Download angeboten.

URL zum Herunterladen: http://www.spiritvoices.de/pod/ep154.m4a

Den Podcast könnt ihr abonnieren mit dem Feed http://feeds.feedburner.com/distelfliege

Leider habe ich noch nicht geschafft, eine akzeptable Gesamtlautstärke hinzubekommen, ich habe verschiedenes probiert, was aber nur ganz schwache Resultate erbracht hat. Es gibt aber Hoffnung: Gestern habe ich bei meiner Freundin Sara mit Audacity gearbeitet, und fand es auch gar nicht schlecht, somit könnte ich das anstatt Hindenburg verwenden, wenn ich gar nicht weiter komme.

Die Shownotes

Housekeeping

Am 4. Februar war Weltkrebstag und Claudia-strickt hat auf Instagram einen super Beitrag über ihren Kampf gegen den Brustkrebs gepostet, dazu nachträglich Gratulation, dass du das sichtbar machst! Und liebe Grüße!

Vielen Dank an Alle, die zu meiner letzten Episode kommentiert und geliked haben!

Ausserdem noch einen kleinen Nachtrag zum Politschwafel der Episode 153: Leider ging die Diskussion dann noch etwas ungut weiter, ich habe sie nicht bis zum Ende verfolgt. Aber es hat auf jeden Fall eine Frau mit Faserbusiness sich zur „Stimme der eingeschüchterten Geschäftsleute“ gemacht und ein Video veröffentlicht, wo sie davon redete, dass eine „Hexenjagd auf Instagram“ stattfinden würde und kleine Geschäftsleute in Angst und Schrecken leben würden. Dazu kann ich nur sagen: Wenn die Kritik an alltäglichem Rassismus in der Strickcommunity wirklich so Pillepalle ist, wie sie meinen, dann brauchen sie ja keine Angst zu haben, denn dann haben sie trotzdem immer noch genug Kundschaft, die das ebenfalls für Pillepalle halten.

Wenn es aber doch nicht so Pillepalle ist und einflussreiche Leute wie Ysolda Teague oder die Ravelry Führungsetage sich solidarisch zeigen, dann ist klar, dass Gewerbetreibenden, die sich (u.A. ungewollt) rassistisch äussern, die Muffe geht, dass sie Kundschaft verlieren könnten. Und das ist auch genau richtig so. Klar konnte „man“ „früher“ darauf bauen, dass die Sicht der weißen „Mehrheit“ halt „normal“ war, und musste weniger auf andere achten, aber wie unfair ist das denn bitte? Zum Glück ändern sich die Zeiten. Das ist für manche unbequem, aber es ist ein nötiger Schritt.

Und so ist das halt in der Marktwirtschaft, meinen Podcast hören auch einige Leute nicht mehr, weil sie meine politische Ausrichtung nicht bejahen, und um ehrlich zu sein, wer mich zu übertrieben links findet, da ist es auch besser, wenn sich die Wege trennen.

Und wenn ich in meinem Podcast Mist erzähle, z.b. diskriminierend über andere Menschen rede, dann bin ich über Hinweise und Kritik daran eher dankbar. Dann kann ich nämlich auch was lernen und mich selbst verbessern!

Stricken (00:08:30)

Ich habe die Kia Socks fertig gestrickt, das ist zum KiaSocksKAL von dawn.landix gewesen. Er entstand um ein Zeichen der Solidarität als Folge der Rassismusdiskussion in der Strickszene zu setzen. Für mich ist das ein schöner Ausklang der Diskussion, und auch ein Ansporn zum weitermachen. Gestrickt habe ich es aus pflanzengefärbtem Garn von Elfenwolle.

Um plastik-Spülschwämme zu vermeiden, habe ich ein paar Spültücher aus gefundener Baumwolle gestrickt. Die meisten einfach kraus rechts, und eins im doppelten Perlmuster, das sehr gut aussieht, ausser, es sind Fehler drin, das sieht dann so kacke aus. Denn die ganze Struktur wird zerschossen. Aber für Spüllappen ribble ich nicht!

Mein neues Sockenprojekt sind Monkeys von Cookie A, aber sie sollen als Tabi-Socken gestrickt werden, d.h. die große Zehe hat eine eigene Woll-Umhüllung. Ich stricke sie aus ganz gut abgelagertem Stash, ein Strang Dornröschenwolle in der Farbe „Erde“ von 2009.

Zu guter letzt arbeite ich noch an meinem „Age of Steam and Brass Kerchief“ aus Midara Jazz Farbverlaufsgarn. Es sieht wunderschön aus und wird sicher ein tolles Tuch! (Ich habe mal absichtlich zur Herstellerseite verlinkt, weil es eine litauische Firma ist und die nicht so viel Publicity haben wie die „Üblichen Verdächtigen“)

Die große Stashbeschau 2019

Ich habe gestern meinen Stash komplett aus den Boxen genommen (nicht ganz komplett, 1-2 Käule verstecken sich vor mir, irgendwo) und alles durchgesehen, alles in die Hand genommen, und wieder einsortiert. Dabei habe ich schon wieder Stränge gefunden, die ich vergessen hatte, zu etikettieren, und drei Garne waren noch nicht mal eingepflegt, seufz..

Ich habe ja den Eindruck, ich werde nie meinen kompletten Stash auf Ravelry abbilden können, denn die Garne sind irgendwie von Quantenfluktuationen betroffen und gleiten manchmal in Paralelluniversen ab, oder materialisieren aus denselbigen.

Letztes Jahr habe ich meinen Stash von 65 000 metern auf 60 000 meter runter gestrickt, und jetzt habe ich eine Kiste Lopi Garn aussortiert und sogar schon weitergegeben, habe 2019 schon ein paar Dinge gestrickt (ca. 700m) und mich dazu durchgerungen, zwei furchtbare Plastik-Effektgarne wegzuwerfen, die mir Leute für “Yarnbombing oder so” geschenkt hatten.

Jetzt habe ich noch 59 203 Meter und mein Ziel ist es, Ende 2019 auf jeden Fall weniger als das zu haben!

Untitled
Der Stash in all seiner Pracht, noch bevor ich ihn aus den Boxen genommen hatte.

Von meinen Strickprojekten habe ich noch nicht mal Fotos gemacht, aber mit der Stashdurchsicht habe ich schon mal das große Februar-Ziel erreicht.

Zwei ungeliebte Garne habe ich am selben Abend noch überfärbt und nun liebe ich sie sehr, sehr: Das eine war ein strumpfhosenbraun/olivgrün-farbenes handgesponnenes Lacegarn, und das andere eine weiße Sockenwolle, die ich auch mal beim Wollwechsel mitgenommen hatte. Ich habe alles lila überfärbt, und es wurde wunderschön. Die weiße Sockenwolle habe ich dann noch mit schwarzer Farbe sprenkeln wollen, was mir nicht gelang, dafür habe ich einen „schwarzen Übernebelungseffekt“ erzielt, den ich SO toll finde.

Rezept zum „schwarzen Nebel“ färben

  1. Garn mit Säurefarbe im Topf hell lila färben, semisolid oder mit hellen/weißen Stellen.
  2. Garn aus dem Färbebad nehmen, wenn das lila fixiert ist, und auswringen.
  3. Garn auf eine Folie oder Plastiktüte legen und an einige Stellen schwarzes Farbpulver drüber „zuckern“.
  4. Das Garn in die Tüte einwickeln und etwas durchkneten
  5. Das Garn zurück in den Topf mit heißem Wasser und Säure, und den „Nebeleffekt“ bewundern. Simmern, bis die schwarze Farbe fixiert ist.
Purple Haze
Das lila und schwarz gefärbte Sockengarn, das ich ab jetzt sehr, sehr liebe.

Spinnen (00:28:29)

Ich habe gerade noch ein Spindelprojekt, wo ich gut abgehangene Rolags zu einem Farbverlaufsgarn spinne, damit bin ich fast fertig, ich muss das nur noch zwirnen.

Dann hatte ich ja vor, das Garncamp2019 vom Spinnernetz mitzumachen, aber da bin ich wieder raus, weil ..es gab ein wenig Drama. Ich bin ja eine Person, die kontroverse Diskussionen auch nicht als ultra angenehm empfindet, sie aber schon für nötig hält. Und dass es verschiedene Perspektiven gibt, die Berücksichtigung benötigen.

Eine solche Diskussion hatte es gegeben, und es wurde am Ende auch ein Kompromiß gefunden, der alle befriedigt hätte, wenn, ja wenn es nicht hinterher noch den „Chor der Verstimmten“ gegeben hätte, die sich lang + breit beklagt haben, dass überhaupt eine Diskussion gelaufen war und wie unharmonisch, dass nicht alle einer Meinung waren, und jetzt hätte das ihnen den ganzen Spaß an ihrem schönen, unpolitischen, diskussionsfreien Hobby versaut.

Ich bin ja ein Mensch, der oft nicht konform lebt zu so einigen Standards, und als solches fühle ich mich immer unwohl, wenn das bloße Vorhandensein von Diversität und das dadurch zwangsläufige Aufeinanderprallen von verschiedenen Bedürfnissen nicht sein darf. Es muss nicht allen super gefallen, aber ich wüsste nicht, wie wir drumrum kommen sollen. Außer wir sind wirklich alle gleich von der Stange und haben die gleichen Vorlieben und Bedürfnisse und Ansichten. Aber wer ist das schon? Manchmal ist mir die Handarbeits-Szene echt zu harmoniesüchtig.

Urbane Selbstversorgung (00:34:00)

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Mein Einkauf, wo ich mich bemüht habe, wenig Plastik und Verpackung mitzukaufen, was mir dann so semi-gut geglückt ist: 1 Zwiebel, Knoblauch, Orangen, Zitronen, Bananen, Paprika, Frühlingszwiebeln, Chinakohl, Haferflocken, Natron, Chiliflocken für Kimchi und Katzenfutter.

Seit einigen Wochen fermentiere ich Gemüse selbst zuhause: Zuerst habe ich Sauerkraut gemacht, und jetzt versuche ich mich in Sachen Kimchi. Mein letzter Schub Kimchi habe ich auch extra mit den richtigen roten Chiliflocken angesetzt, die ich im asiatischen Kleinsupermarkt in einer Großpackung bekommen habe.

Dabei habe ich auch wieder festgestellt, dass man die Gemüseabteilungen von konventionellen Supermärkten eigentlich vergessen kann, was plastikfreies Einkaufen angeht. Ich habe mir wieder ne Stunde lang für nix die Füsse platt gelatscht, denn z.B. Chinakohl gibt es NUR in Plastik eingeschweißt. Ähnlich wie Brokkoli. Ich hätte gleich zum Kiez-Bioladen gehen sollen, wo die Leute mich kennen, wo wir uns nett unterhalten, und wo es alles Obst und Gemüse ohne Plastikverpackung gibt.

Kimchi finde ich geschmacklich nochmal SO viel leckerer als Sauerkraut, und es ist auch weniger Arbeit, weil Weißkohl so ein hartes Gemüse ist, das man mit dem Salz in harter Arbeit kneten und Stampfen muss. Während das Kimchi Rezept dagegen total easy war. (Aber nicht unbedingt so authentisch)

Hier findet ihr das Kimchi Rezept vom Zero Waste Chef, das ich verwendet habe, und das ist das Blog von Miss Boulette, die eine Expertin für verschiedenste Kimchis ist und wo ihr dann die richtig authentischen Rezepte finden könnt, FAQ’s, und viel Know How aussen rum.

Kimchi und Sauerkraut sollen ja unglaublich gesund und probiotisch sein, und ich muss sagen, ich merke es an mir selbst auch schon. Ich habe keinerlei Blähungen mehr, und fühle mich einfach richtig gut.

Was ich grade toll finde (00:46:13)

Da habe ich diesmal zwei Dinge:

Erstens: Mein neues Tattoo! Es ist diesmal ein „Traditional Tattoo“. Diese Tattoos sind gekennzeichnet durch breite, starke Linien und wenige, bestimmte Farben (viele Tätowierende verwenden die Farben, die es früher schon gab, und die modernen Farben, die erst später dazu kamen, oft nicht). Der Schlachtruf der „alten Schule“ ist: „Bold will hold“, denn es heißt, diese einfachen Motive mit dicken Linien altern sehr gut und sehen für immer gut aus.

Zweitens sind Traditional Tattoos typischerweise mit bestimmten Motiven: Blumen, Schiffe, Anker, religiöse Motive, Pin-Ups, Matrosen, Schwalben, Totenköpfe, Herzen..

Zu diesem Tattoo bin ich relativ spontan gekommen diesmal. Ich hatte diese Woche Urlaub und extra meine Schichten so geplant, dass ich eine Woche lang nicht am Ofen arbeiten muss, und dann fiel mein geplanter Tattoo Termin wegen Krankheit aus. Also habe ich gedacht, ich lasse mich irgendwo anders nadeln, und suche mir spontan etwas aus, das mir halt gefällt. Es ist mein erstes Tattoo, was nicht eine „tiefe Bedeutung“ für mich hat.

Ich habe einem Künstler eine Nachricht bei Instagram geschrieben und gefragt, ob er diese Woche zufällig noch spontan Zeit hat, und mir etwas von seinem sogenannten „Flash“ ausgesucht. Das sind kleine Tattoos, die viele Tätowierende vorgezeichnet/vorbereitet haben, um sie mal schnell für Kurzentschlossene zu tätowieren. Ich hatte Glück und er hatte diese Woche eine Absage und ich konnte direkt da rein rutschen.

Der Mann hat das sehr schnell gestochen, dafür hat es aber auch gebrezelt, denn die dicken Linien und satten Farben müssen ja irgendwie unter die Haut kommen. Ich bin sehr happy mit meinem Schmetterling mit Totenkopf! („It’s a pissed off butterfly“)

Mein neues Tattoo während dem Abheilen: Ein Schmetterling mit rot, grün, gelb und schwarz und ein Totenkopf mit grimmigem Gesichtsausdruck.

Das Andere, was ich gerade toll finde, ist Aussortieren und Aufräumen mit Marie Kondo (immer noch.

Die liebe Dorit hat mir das Buch „Magic Cleaning“ von Marie Kondo geschickt, und ich bin schon zu zwei Dritteln durch. In dem Buch erklärt sie die Hintergründe, wie sie zu ihrer Methode gekommen ist und welche Gründe dahinter stecken, die Wohnung genau wie sie es vorschlägt, aufzuräumen, und nicht anders.

Was ich spannend fand, ist, wie sie nun mit dem Papierkram umgeht, denn das kam in der Netflix-Serie kaum vor. Und konsequenterweise sagt sie: Der Papierkram macht nicht glücklich und wird ausnahmlos weggeworfen, bis auf die Dinge, die man zähneknirschend von Gesetz wegen eben behalten muss. Das fand ich sehr sympathisch!

Das Buch ist schon sehr auf Wegwerfen aus, was meinen Bestrebungen, Müll zu vermeiden, schwer vereinbar ist. Ich kann aber verstehen, warum das so sein muss, denn wenn ich (generell gesagt) es nie schaffe, mein Zuhause für mich angenehm zu gestalten, weil ich Skrupel vor dem Wegwerfen habe, geht Selbstschutz und Selbstfürsorge für mich vor. Dann wäre ich schon für Wegwerfen.

Die Konmari-Methode soll ja eine einmalige Sache sein, und man soll ja nicht ständig Tand anschleppen, der dann auch nur in den Müll wandert. Daher würde das mit dem Müll auch nur einmal anfallen.

Das wars für heute

Ich hoffe, Ihr hattet Spaß beim Hören und ich wünsche euch allen eine faserverzückte Zeit und Stricken ohne Tränen!

Credits

Titelmelodie: „Not to Scale or Painted“ by Cloudkicker (CC-BY-3.0)

Episode 153: Nötige Diskussionen

Heute geht es um Neujahresprojekte, MMM2019, Diskussionen um Race, Rassismus, Diversität und Repräsentation in der Strickszene, das Garncamp2019 im Spinnernetz, Was ich gerade toll finde (Marie Kondo Gedöns) und das Kauf-Nix-Jahr 2019.

Download

Hier geht es zum Download der Audiodatei, oder ihr könnt sie euch auch anhören. Letzteres geht nicht immer, da ich meinen Podcast als AAC Datei zur Verfügung stelle. Nicht alle Browser oder Player kommen damit klar. In dem Fall braucht ihr eine mp3-Datei, die ihr euch online konvertieren könnt: Online-mp3-Konverter – hier gebt ihr die Adresse der Audiodatei ein und bekommt sie dann als mp3 zum Download angeboten.

Die URL ist http://www.spiritvoices.de/pod/ep153au.m4a

Shownotes

Housekeeping

Ich habe neue Technik und zwar habe ich von Syndikalista ein USB-Mikrophon bekommen, mit dem ich am neuen Rechner aufnehmen kann! Und ich nehme jetzt mit Hindenburg auf, einem Podcast- und Radio-Audioeditingprogramm. Das stürzt mich noch ein wenig in technische Herausforderungen und ich habe die mangelhafte Lautstärke etwas mit einer Auphonic-Postproduktion angehoben, was aber die Stimme an Stellen leider etwas zu leise gemacht hat. Ich bitte um Geduld, bis ich mich in die neue Technik besser eingearbeitet habe!

Dann möchte ich mich bei Euch allen für das nette Feedback zum letzten Mal bedanken, bei den Knitmore Girls für die freundliche Erwähnung und bei Allen, die beim faserverzückten Jahresrückblick mitgemacht haben! (Link zu Ravelry, Anmeldung erforderlich)

Das Leipziger Wolle-Fest rückt heran und ich fände es dufte, wenn wir wieder einen Meetup – Tisch organisieren könnten. Ich kann meinen Wimpel fürs „Team Yeti“ mitbringen und suche noch Leute, die früher am Tag dort sind als ich und schon mal einen Tisch besetzen könnten. Meldet euch gern bei mir!

Stricken (5:34)

Ich habe mein erstes Strickprojekt dieses Jahr schon wieder beendet: Es ist ein Hitchhiker Tuch, das ich als KAL mit Sara (Häschtäg #perAnhalterNach2019) gestrickt habe. Das war auch unser Neujahrs-Cast-On! Sie war zuerst fertig, und ich war neulich auch fertig. Das Tuch ist auch schon verschenkt und leistet jetzt bei der Kälte gute Dienste! Ich habe es aus selbstgesponnenem, selbstgefärbtem Garn gestrickt, und noch zwei grüne Sockengarnreste mit verwertet. Es hat sogar 42 Zacken bekommen. Mein letztes Hitchhikertuch hatte mehr als 42 Zacken, was mir Kritik eingebracht hat, aber das ist mir egal. Die Hintergrundgeschichte des Hitchhikers ist, dass in dem Buch „Hitchhikers‘ Guide To The Galaxy“ eine Story vorkommt, in der ein gigantischer Computer hunderte Jahre „die Antwort auf die Frage nach dem Leben, dem Universum und dem ganzen Rest“ ausrechnen soll, und diese lautete einfach nur: 42.

Jetzt habe ich ein Age of Brass and Steam Kerchief angeschlagen, und zwar aus einer Kauni-Lookalike-Verlaufswolle namens „Midara Jazz“. Es changiert zwischen Grasgrün, Rotbraun und Blau, was mir ultra gut gefällt.

Und ich mache beim #KiaSocksKAL mit, das ist ein Texturmustersockenmuster von Dawn.Landix, das inspiriert ist von der Diskussion um Rassismus, Diversität und Repräsentation in der Strickszene. Darum wird es später im Podcast noch gehen. Das Muster enthält viele „Ist-Gleich-Zeichen“, die die Gleichberechtigung symbolisieren. Das führt mich zum nächsten Segment, dem

Politschwafel: Die Diskussion um Rassismus (13:54)

Jetzt kommt erst mal etwas Vorgeplänkel, Disclaimer, etc.

Es gab die letzten Wochen eine Debatte um Rassismus, Race, Diversität und Repräsentation in der Strick-Community. Ich sage absichtlich „Race“ und nicht „Rasse“, denn das deutsche Wort ist viel biologistischer als das, was das englische Wort bedeutet, welches mehr eine politisch/soziale Gruppe bezeichnet.

Ich muss dazu sagen, dass ich keine Expertin für Rassismus bin und ich habe auch keine eigenen Erfahrungen, wie es ist, täglich rassistisch diskriminiert zu werden. Ich bin weiße Ösi-Deutsche und gehöre auch keiner ethnischen Minderheit an, die weiß gelesen wird, aber trotzdem Rassismuserfahrungen (oder z.B. Antisemitismuserfahrungen) macht. Ich bemühe mich um Bewußtsein und so, aber muss mich halt versuchen, mit dem, was ich mir bisher angelesen habe, entlangzuhangeln.

Am Anfang habe ich einen Tweet der Knitmore Girls in die Timeline retweetet bekommen, wo sie sich sehr kämpferisch geäussert haben gegen Anti-Immigrant_innen-Hetze und Rassismus, und wo sie dazu aufgerufen haben, Designer_innen und Strickende of Color zu supporten und ihnen zuzuhören.

Ich habe dann mit der Suchfunktion nach dem Zusammenhang dieses Tweets gesucht, und ich wurde fündig und landete recht schnell bei Instagram. Das ist ja eine Plattform, mit der mich eine Haßliebe verbindet. Sie ist ja ganz gut zum Bilder teilen, aber für eine politische Debatte ist sie sehr ungeeignet. Die Kommentarspalte ist sehr klein und schwer zu bedienen (man klickt tausend mal auf „Load more Comments“ und scrollt nach oben, wo man dann wieder auf „Load more Comments“ klickt, bis man mal am Anfang der Diskussion ist). Auch die „Stories“ in denen Diskussionsbeiträge gepostet wurden, sind fast unbenutzbar, wenn sie z.B. Screenshots mit ultra kleinen Buchstaben enthalten, die als relativ schnell ablaufende Dia-Show an einem vorbeilaufen.

Immerhin habe ich jetzt gelernt, wie man dieses „Stories“ pausieren kann und wie man am Telefon zum Bild davor zurück springt. Trotzdem war es sehr schwer, der Debatte zu folgen, und ich glaube, ich habe nur an der Oberfläche gekratzt.

Womit fing es also an?

Auslöser der Diskussion war ein Blogartikel von Karen Templer, der „2019: My Year in Color“ betitelt ist. (Hier ihre Entschuldigung, Words matter) In diesem sprach sie exotisierend von Indien, brachte es mit Klischees vom farbenfrohen Fremden in Verbindung, verglich es mit dem Mars und redete beiläufig von der Kolonisierung des Mars, betitelte historische indische Gebäude, die in ihrem Blogartikel gezeigt waren, mit „Lila Palast“ anstatt mit dem korrekten Namen (Palast der Winde), und brachte halt so allerlei unbedarft-ignorantes Zeug.

Davon meinte sie nichts böse, und war entsprechend vergrätzt, als People of Color ihren Blogpost anprangerten und kritisierten. @Thecolormustards Instagram Story Nr. 1 und Instagram-Story Nr. 2 wo sie die Kritik daran formuliert hat. Weitere Teile der Diskussion fanden in den Kommentaren von Su.Kritas Post hier statt. Hier hat Su.krita eine Sammlung von Erfahrungen von PoC Strickenden mit Rassismus in der Strickszene angelegt. (Login bei Instagram erforderlich)

Für mich hat das Erinnerungen zurückgebracht an die Debatten um Rassismus und andere Diskriminierung, die wir im Podcasting auf Deutsch Forum hatten, und ich habe damals das Gefühl gehabt, dass wir unser Bestes getan haben, um die Ravelry Community Guidelines gegen Diskriminierung und Hate Speech zu beachten und solidarisch mit den Betroffenen zu entscheiden. Die Art, wie Ravelry jetzt mit der Debatte umgeht, bestätigt mir das, denn sie haben einen klar mit Betroffenen solidarischen moderierten Thread eröffnet, in dem sie die Diskussion offiziell geführt haben. (Inzwischen ist er geschlossen und die Diskussion erst einmal vorbei.)

Ich bin immer noch etwas traurig, dass damals die Diskussionen in unserer Gruppe so anstrengend verlaufen sind und sogar zur Spaltung der Gruppe in zwei Lager geführt haben. Aber ich kann nicht sagen, dass ich es „übertrieben“ fand oder dass wir „Denkverbote und Maulkörbe“ verteilt hätten, wie es manche wahrgenommen haben.

Mein Knackpunkt an all dem

Es geht nicht um Denkverbote und Maulkörbe, sondern darum, von der Herabwürdigung und Diskriminierung anderer Menschen abzusehen, und zu lernen, wo wir Menschen unabsichtlich herabwürdigen und diskriminieren, damit wir das in Zukunft ändern können. Ja klar, ist das sehr unbequem für diejenigen, die zuhören und dazulernen müssen.

Aber was wäre denn die Alternative dazu? Herumtrollen und rassistische Anspielungen austeilen, um sich und der Welt zu beweisen, dass man das „noch sagen darf“? Klar „darf“ man das, es ist dann halt eben Scheiße. Und man darf es nicht überall, dafür gibts ja Hausregeln an bestimmten Orten.

Ich hoffe, dass die Debatte auf Ravelry Signalwirkung hat: An uns weiße Strickende, dass wir weiterhin versuchen zuzuhören und dazuzulernen, und an Strickende of Color, dass sie auf Ravelry erwünscht sind und dass es ihre Community ist, die sich an die Grundrechte aller Menschen auf Respekt hält.

Buchtip

In der Diskussion wurde oft das relativ neu erschienene Workbook „Me And White Supremacy“ von Layla F. Saad empfohlen. Unter dem Link kann man es kostenlos erhalten. Es ist ein 28 Tage langer Buch-Kurs, der sich z.B. im Februar anbietet, weil der ja auch 28 Tage hat. Ich nehme es mir jedenfalls vor und habe es mir runtergeladen.

Spinnen (33:43)

Dank #Garncamp2019 spinne ich wieder und lerne Neues dazu. Ich habe ein Hawser-Garn gesponnen! Das ist strukturell ähnlich wie ein Cablé Garn, insofern, dass erst Singles miteinander verzwirnt werden, und dann werden zwei oder mehr Zwirne in eine andere Richtung nochmal verzwirnt.

Beim Cablé werden Singles zuerst in Zwirnrichtung verzwirnt und dann in die Spinnrichtung, und beim Hawser werden sie erst mal in die selbe Richtung gezwirnt, wie sie gesponnen wurden. Das macht es zu einer sehr drahtigen, überdrehten Angelegenheit. Danach werden sie in Zwirnrichtung verzwirnt.

Ich habe gedacht, ich nehme uralte Singles, die ich auf Spindeln liegen hatte, weil ich mich dann mit weniger aktivem Twist herumplagen muss. Das war auch zunächst gut, aber beim letzten Zwirngang habe ich viel zu wenig Drall draufgegeben, denn ich habe den ruhenden Drall der Singles nicht mit eingerechnet. Ich konnte ihn ja auch nicht spüren. Als ich das ganze dann in ein Wasserbad geworfen habe, wurde ein wirres Chaos daraus!

Ich habe dann alles nochmal feucht auf eine Schirmhaspel gespannt und nochmal nachgezwirnt. Dann war ich aber zufrieden.

Mir gefällt das Hawser-Garn ganz gut, denn es ist ähnlich stabil wie Cabled Garn, aber hat nicht die selbe Textur wie letzteres. Die Textur von Cablé gefällt mir nicht so, und das Hawser sieht eher aus wie gewöhnlich verzwirntes Garn, hat aber durch die zweifache Zwirnung mehr Stabilität.

Wer beim Garncamp 2019 mitmachen möchte, kann sich beim Spinnernetz umtun.

MMM 2019

Hier hab ich irgendwie keine Kapitelmarke gesetzt. Öhöm.

Motivation, Meilensteine, Mottomonate 2019, das ist eine Mitmach-Craftalong-Aktion der Gruppe Podcasting auf Deutsch. Hauptsächlich geht es darum, die Sachen zu benutzen, die man schon hat. Was zu meinem Jahresziel 2019 passt, meinem „Kaufnix-Jahr“. Dazu später!

Meine Jahresziele 2019 sind:

  • Kein Garn, keine Outdoorausrüstung und kein Kunstmaterial zu kaufen und das zu verwenden, was schon da ist.
  • 19 Projekte 2019 fertigstellen
  • am Jahresende weniger Stash haben als am Jahresanfang
  • einen Pullover anfangen

Was ich grade toll finde (Marie Kondo) (43:51)

Ich konnte bei einer netten Person von Masto/Birbsite Netflix mitnutzen, und habe mir die Aufräum-Serie mit Marie Kondo angeschaut, von der gerade alle(tm) reden. Ich interessiere mich ja für Ordnung und aufräumen, gerade weil ich in dem Bereich vielleicht auch herausgefordert bin. Und es war toll!

Endlich eine Aufräumserie ohne Herabwürdigung der Leute, denen geholfen wird. Und es geht gar nicht so um Minimalismus, sondern darum, eine achtsame Beziehung zu den eigenen Sachen zu haben und sie so aufzuräumen, dass man sich im eigenen Zuhause möglichst wohl fühlen und dort möglichst gut leben kann. Das können Leute sehr stark an ihre eigenen Bedürfnisse anpassen.

Die Rosenblätter haben diesen Text geschrieben über Aufräumen und Ausmisten als arme Person.

Und Creatrix Tiara hat dieses Dokument hochgeladen mit einer langen Besprechung der Marie-Kondo-Methode, aus einer queeren, migrantischen Perspektive.

Ich mag ja sehr ihre „Hochkant-Sortierung“ und brauche dringend Kästchen, in die ich meine Tshirts einsortieren kann. Denn ich habe keine Schubladen, wo ich die Shirts reinschlichten könnte.

Bis ich alles „durchgekondot“ habe, wird es noch dauern, und das ist auch okay so: Denn die Methode ist „ein für alle Mal“ konzipiert, und dauert auch entsprechend lange. Es ist halt kein „Hauruck! Allen Krempel weg in 3 Tagen!“ Methode, sondern einer langsame, bedachte Methode, die dann aber nachhaltig wirken soll. Mal sehen!

Vielleicht lasse ich mich mal auf die Vormerkliste in der Bücherei für die Marie-Kondo-Bücher setzen.

Urbane Selbstversorgung: Kaufnix-Jahr (51:53)

Mit meinem plastikfreien Leben geht es ganz gut weiter! An dieser Stelle nochmal vielen Dank an Celeritas, die mir ein Carepaket mit Bienenwachsteelichtern ohne Alu-Hülle geschickt hat. Um Teelichter nicht mehr zu verbrauchen, wollte ich mir eigentlich ein Tea-Cozy stricken, aber bin damit noch nicht so recht weitergekommen. Jetzt momentan benutze ich eine sehr kleine Teekanne, die nur zwei Tassen beinhaltet und ich trinke diese meistens leer, bevor der Tee kalt wird.

Ausserdem mache ich seit Januar die Zero Waste in 31 Days-Challenge auf dem Blog „Zero Waste Chef“.  Das macht mir viel Spaß, es gibt jeden Tag eine andere, kleine Aufgabe, und ich habe im Januar bislang jeden Tag dazu gebloggt, (auf Anarchistelfliege, meinem anderen Blog)

Mit dem Kaufnix-Jahr habe ich angefangen, angeregt durch TQ auf Mastodon. Auch ein paar andere Leutchen machen mit. Meine Regeln habe ich hier aufgeschrieben.  

Ich habe mir deshalb ein Kaufnix-Jahr vorgenommen, weil in manchen Bereichen, wo ich schon relativ viel habe, fände ich es nicht gut für mich, wenn ich noch mehr Zeug anhäufe. Ich möchte nicht einfach nur wegen der „Shopping-Befriedigung“ Zeug anschaffen, das ich gar nicht verbrauchen kann.

Ich hatte lustigerweise im ganzen Januar noch gar keine Shopping-Lust, bis auf einen Fall: Wegen „Zero Waste“ habe ich eigentlich nicht damit gerechnet, Pflegeprodukte Kauflust zu bekommen. Jetzt bin ich aber kürzlich drüber gestolpert, dass Lush unverpackte, feste Duschgele und Lotions hat. Obwohl ich noch genug Lotion und Duschgel zum verbrauchen daheim habe, hätte ich Lust gehabt, da etwas kaufen zu gehen. Obwohl Lush doch im Vergleich zu echter Bio-Kosmetik nur pseudo-Öko und überteuert ist… und ich die Düfte auch nicht immer mag.

Aber ansonsten bin ich von Kauflust relativ frei. Und das finde ich cool!

Und sonst

Ich konnte heute eh nur podcasten, weil ich meinen Tattoo Termin erst morgen habe, und darauf freue ich mich gerade sehr. Das durch „Kaufnix“ gesparte Geld geht nämlich komplett in Tattoos!

Ich hoffe, es hat spaß gemacht und ich wünsche Euch frohes Stricken, natürlich ohne Tränen, und eine ganz entzückende faserverzückte Zeit!

Episode 152: Resisting Influence

Heute geht es nochmal um Influencer auf Social Media, denn ich habe mich gefragt: Wieso ist es für uns eigentlich so selbstverständlich geworden, dass wir Influencer-Marketing ausgesetzt sind? Dann mache ich einen Faserverzückten Jahresrückblick auf mein Crafting-Jahr, Erzähle was ich so stricke und spinne, und es geht weiter mit dem Nachhaltigkeitsthema, nämlich dem Aluminium-Recycling und Aluminium in Deokristallen.

Download:

Hier geht es zum Download der Audiodatei, oder ihr könnt sie euch auch anhören. Letzteres geht nicht immer, da ich meinen Podcast als AAC Datei zur Verfügung stelle. Nicht alle Browser oder Player kommen damit klar. In dem Fall braucht ihr eine mp3-Datei, die ihr euch online konvertieren könnt: Online-mp3-Konverter – hier gebt ihr die Adresse der Audiodatei ein und bekommt sie dann als mp3 zum Download angeboten.

URL: http://www.spiritvoices.de/pod/ep152.m4a

Die Shownotes

Housekeeping (00:00:00)

Ich bin jetzt auf einem Podcasterinnen-Verzeichnis vertreten, nämlich podcasterinnen.org – das ist für Frauen und nichtbinäre Personen, die podcasten. Da ich in die sonstigen Verzeichnisse mit meinem Strickpodcast nie reingekommen bin, freue ich mich, dass es ein Verzeichnis gibt, wo Menschen nicht wegen ihres Nichtkonformgehens mit „Cooler-Netzhecht“-Normen von vornherein abgelehnt werden, und wo diese Menschen mit ihren Podcasts präsentiert werden. Eigentlich geht es darum, Podcaster_innen vorzustellen, die für Vorträge, Interviews etc angefragt werden können, aber ich habe mich da trotzdem eingetragen, obwohl ich nicht vorhabe, Vorträge zu halten oder Interviews zu geben. (Na gut, letzteres evtl. schon, es kommt darauf an, wo). Wenn Du auch kein Internet-Topchecker-Kerl bist, sondern vielleicht gar eine Frau oder nichtbinäre Person  und podcastest, dann lass dich doch auch da eintragen!  Entgegen meinem im Podcast verkündeten Informationsstand hat auch Damnedsnob dort ein Profil, was ich sehr gut finde!

Internet-Politschwafel (00:07:40)

Letztes Mal habe ich übers Influencer-Marketing und das Gerichtsurteil gegen Vreni Frost geredet, und davon, dass ich nicht denke, wir müssen jetzt alle unsere Postings auf Social Media als Werbung bezeichnen. Heute will ich das etwas weiterführen.

Ich denke nämlich, dass Solidarität mit gewerblichen Influencer_innen, die ihre Werbepostings nicht als solche kennzeichnen, fehl am Platz ist.

Denn wem nützt und schadet Influencer-Marketing eigentlich? Influencer-Marketing ist doch nichts anderes, als dass Firmen ihre Werbung als vermeintliche positive Meinungsäusserung vermeintlicher Privatpersonen tarnen. Das kommt gut an, das verkauft sich gut, das bezieht seine Zugkraft aber letzten Endes aus der Täuschung der Konsumierenden.

Firmen benutzen die Unklarheit, ob Influencer als Privatpersonen oder gewerblich im Netz posten, um etwas, das eigentlich schnöde Werbung ist, aussehen zu lassen wie erfreuliche Mundpropaganda. Und wenn diese Werbung nun deutlich als solche gekennzeichnet werden muss, ist das für die Firmen natürlich schlechter.

Ich als potentielle Konsumentin möchte aber, dass Werbung gekennzeichnet ist. Ich möchte ja unterscheiden können, ob Leute etwas privat empfehlen, oder ob Leute gewerblich unterwegs sind, um gegen Bezahlung oder andere Gegenleistungen Produkte anzupreisen.

Ich gönne Influencer_innen ihren Verdienst! Ich habe nichts dagegen, wenn sie durch Produktanpreisungen auf Social Media Geld verdienen. Aber es sollte dann eben als Werbung gekennzeichnet sein. Und bitte nicht auf dem Rücken von einfachen Privatpersonen.

Mir wurde gesagt, ich sei auch ein Influencer, allein durch mein podcasten. Dazu kann ich nur sagen: Nur weil ich eventuell Influencer bin, bin ich noch lange nicht in Influencer-Marketing involviert. Ich nutze meinen Content und meine Reichweite nicht, um zum Kauf von Produkten anzuregen, und wenn ich das täte, dann sollten die Firmen mich dafür bitte auch bezahlen, und dann würdet ihr darüber informiert werden.

Und da kommen wir zu einem weiteren Punkt: Wenn wir von den Firmen für Empfehlungen und Produkterwähnungen nicht bezahlt werden, wieso machen wir es dann überhaupt? Warum dienen wir unseren Content großen Konzernen überhaupt an? Wenn wir erzählen, was wir für ein Zeug gekauft haben, z.B. müssen wir denn dann gleich einen Link auf den Shop einer großen Marke platzieren und dieser Marke kostenlos Käufer_innen zuführen? Ich finde, das muss nicht sein. Und wenn wir etwas empfehlen und direkt verlinken, wäre es dann nicht viel schöner + besser, wenn wir kleine Indie-Dyer, Yarnies, Kleinbetriebe und coole Projekte empfehlen?

Think before you link!

Urbane Selbstversorgung (00:17:00)

Ich bin nach jetzt ungefähr 6 Wochen noch immer motiviert am Plastikvermeiden und Müll reduzieren. Es ist ja auch grade sehr in. Das hilft immens!

Rezept für Kokosmilch, selbstgemacht aus Kokosnuß: 

Ich habe neulich selber Kokosmilch aus Kokosnüssen selbst gemacht. Das geht nicht schwer, wobei das verarbeiten einer ganzen Kokosnuss schon Arbeit macht. Ich habe das Kokosfleisch, das Kokoswasser und 1 L Leitungswasser in den Mixer getan und so lange gemixt, bis ich dachte, feiner wird es nicht mehr. Dann habe ich es mit einem einfachen Küchensieb abgesiebt. Das Kokosmus, das übrig bleibt, habe ich dann in ein Curry getan, was sehr lecker war. Ich frage mich jedoch, wo ich am besten mit der Nußschale hin soll – für den Kompost ist sie zu sperrig und für den Restmüll viel zu organisch. Wisst ihr da etwas? Und stimmt es eigentlich, dass man verbrauchte Blumenerde nicht kompostieren soll?

Noch ein Rezept für selbstgemachten Vanillezucker: 

Ausserdem habe ich selber Vanillezucker angesetzt. Dazu packt man einfach eine Schote echte Vanille in ein Schraubglas mit Zucker, und nach wenigen Tagen ist der Zucker aromatisiert. Den Zucker kann man immer wieder nachfüllen, das hält bei manchen Leuten dann schon Jahre. Die Schoten kamen in einem Plastikröhrchen mit Stopfen, das werde ich auch weiterverwenden, nämlich als Gewürzbehälter für unterwegs.

Dann hab ich mir jetzt so ganz leichte Gemüsenetze gekauft, ein Netz wiegt nur 10 Gramm. Das ist natürlich cool beim Einkauf von losem Gemüse.

Mein Thema heute soll aber das Aluminium sein. Ich bin nämlich mal wieder daran gescheitert, Teelichte ohne Aluminium zu bekommen, die auch bezahlbar sind. Unverpackte Teelichte sind nämlich sehr teuer und auch nur über den Versandhandel zu bekommen.

Alu-Teelichte kosten 1,50 pro 50 Stück. Paraffin-Teelichter ohne Aluhülle kosten 7 Euro für 50 Stück, und die günstigsten Bienenwachsteelichter kommen auf 25 Euro pro 50 Stück. Und das ist mir ehrlich gesagt zuviel zu bezahlen.

Dann habe ich mich gefragt, ob Aluminium nicht so schlimm ist, weil es ein Stoff ist, dessen Recycling sich finanziell/wirtschaftlich wirklich lohnt, und daher wird das auch gemacht. Ich war immer etwas skeptisch, weil Glas und Papier separat gesammelt wird, Aluminium aber nicht. Wie bekommt man dann so kleinen Kram wie Teelichthüllen und Joghurt-Deckel aus dem Gelben Sack-Müll wieder raus?

Der Clou heisst: Wirbelstromprüfung.  Dabei erzeugen rotierende Spulen ein Magnetfeld, und je nachdem, welche Materialien durch das Magnetfeld fahren (z.B. auf einem Förderband) „antworten“ sie verschieden auf das Magnetfeld. dadurch kann Aluminium recht einfach aussortiert werden. Allerdings müssen Stoffe voneinander getrennt werden. z.B. sollten Joghurtbecherdeckel vom Becher abgemacht werden. Und Verpackungen sollten nicht ineinander gestapelt oder zusammengepresst sein. Hilfreich sind da auch die Webseiten der regionalen Entsorgungsbetriebe, bei uns z.B. die BSR.  Sie beschreiben auf ihrer Seite, wie man Müll richtig entsorgt. Was ich auch nicht wusste, war, dass beim Altglas auch die Deckel abgemacht werden sollten. Eigentlich logisch, aber ich habe das bisher einfach nicht gemacht.

Für mein Teelichtproblem habe ich das jetzt so gelöst, dass ich die große Teekanne nicht mehr für mich alleine benutze, sondern eine kleine Kanne, die ich leer trinken kann, bevor der Tee kalt ist. Für die große Kanne werde ich mir ein Tea Cozy stricken, und sie dann benutzen, wenn mehrere Leute da sind und sie daher entsprechend schneller leer wird. Eine Packung Teelichter habe ich noch, die werde ich dann ganz bewußt aufbrauchen, damit sie auch lange hält.

Im Teil 2 zu Aluminium geht es um sogenannte „Deo-Kristalle“. Sie bestehen aus Alaun, genauer gesagt Aluminium-Ammonium-Sulfat.  Das sind Aluminiumsalze und damit stehen auch Deokristalle im Verdacht, möglicherweise an der Entstehung von Brustkrebs beteiligt zu sein. Noch gibt es dazu keine Studien mit Menschen, sondern nur mit Zellen in Petrischalen, aber um auf der sicheren Seite zu sein, benutzen viele Menschen keine Deos mit Aluminium mehr, und wer darauf verzichtet, sollte auch auf den Deokristall verzichten. Jules hat mir eine Episode des englischsprachigen Videocasts „Dunkelgrün“ empfohlen, wo es um Alaunbeizen und Aluminium-Toxizität geht.  Ich werde meinen Deokristall als Wollbeize verwenden, denn als Wollbeize werden die Aluminiumsalze gebunden und sind keine freien Moleküle mehr, die in den Körper gelangen können.

Stricken (00:37:18)

Ich habe all meine Projekte zu Ende gestrickt, die ich bis Ende 2018 geschafft haben wollte. Gerade habe ich noch schnell eine bunte „Wurm“ Mütze angeschlagen, die ich einem Bekannten von mir, der Bauer ist und mir auch hin und wieder Schafsvliese zum Spinnen schenkt, schenken will.

Meine Broad Street Mittens sind fertig (beide Paare), meine Travelling Leaf Socks ebenfalls, und dann habe ich schnell noch ganz einfache Armstulpen aus dicker handgesponnener Wolle gestrickt. Es gibt ein Muster, das so ähnlich aussieht, es heisst „Toast“ und obwohl das nur ein einfacher Schlauch aus 2 Links, 2 Rechts ist, kostet das Muster inzwischen 4,76Euro auf Ravelry, haha! Früher war das mal für lau, glaube ich, aber ich bin mir nicht sicher.

Spinnen (00:43:08)

Ich habe ja 2018 kaum gesponnen, und das soll sich 2019 ändern. Deshalb habe ich mich in der Gruppe „Spinnernetz“ angemeldet und möchte bei deren „Garncamp“ mitmachen, wo übers Jahr monatlich bestimmte Techniken aus dem „Spinners Book of Yarn Designs“ von Sarah Anderson nachgesponnen werden. Ich freue mich schon darauf!

Ausserdem verschenkt eine Freundin von mir mein erstes Spinnrad, ein „Wernekinck Edam“. Wer das Rad möchte, kann es in Leipzig abholen. Den Kontakt kann ich herstellen, bitte mir eine Mail schreiben an urbanespinnstube (at) gmail (dot) com.

Faserverzückter Jahresrückblick (00:47:00)

Wer auch einen machen möchte, findet hier die Fragen!  

Meine Projekte 2018

Ravelry hat ja schon seit einiger Zeit so eine praktische „Challenge“ Funktion, das ist ein Menüpunkt auf der Projektseite ganz oben rechts. Ich habe 2018 eingegeben, wieviele Projekte ich fertig bekommen möchte, und dann konnte ich in meiner Queue auch bei den Projekten angeben, wann ich sie beendet haben möchte, dann erscheinen sie mit dem Datum auf der Challenge-Seite.

Die Seite sagt mir, dass ich 2018 21 Projekte fertig gestrickt habe, und davon waren 12 Geschenke an andere, und 9 Projekte waren für mich. Mein größter Erfolg war es, das Laminaria, was seit 2016 in Arbeit war, zu Ende zu stricken, es ist super schön geworden. Ich habe es verschenkt, und dann habe ich noch zwei andere Lacetücher gestrickt, ein Torreyana und ein Spring Thaw Shawl, beide waren auch Geschenke. Ich hatte keine Lieblingsdesigner_in, ich hab eher so alte Klassiker gestrickt. Bei Events war ich auch kaum, bis auf das Yeti-Treffen zur „100% Wolle“ Ausstellung in Berlin, das war sehr schön. 2019 würde ich gerne etwas größeres anfangen, einen Pullover oder eine Strickjacke. Ob ich das fertig bekomme, weiß ich nicht, aber ich will auf jeden Fall so etwas anfangen.

State of the Stash

Jaaa – ich habe es geschafft! Ich habe 2018 nichts gekauft, gar nichts! Trotzdem habe ich mein Ziel, meinen Stash dieses Jahr mal zu verkleinern, nur ganz knapp erreicht, weil ich durch Korrekturen im Frühling 2018 feststellen musste, dass ich 6000 meter Garn mehr besitze, als ich zuerst annahm. Dafür werde ich 2019 es viel einfacher haben, meinen Stash zu verkleinern. Jawoll. Eine Freundin will ein No-Buy-Year machen und war von diesem Youtube Video inspiriert.

3 Schöne Dinge
  • meine beiden großen Radtouren
  • das Iron Maiden Konzert, echt ein Erlebnis!
  • Das kulinarische Freßweihnachten dieses Jahr
3 nicht so schöne Dinge
  • eine verlorene Freundschaft und damit verbundener Streß
  • eine schwere Erkrankung in der Verwandtschaft
  • zuviel gearbeitet
Buch, Film, Serie des Jahres

Ich habe kein Buch und keine Serie, aber ich war mal wieder im Kino und habe mir „Der Junge muss an die frische Luft“ angeschaut, ein Film über Hape Kerkelings Kindheit, der war toll, sehr süß und auch traurig. Ich habe die ganze Zeit geheult. ;)

Musik/Album des Jahres

Ich bin immer noch Metalhead und sage mal, das neue Album von Aborted „Terrorvision“.

Motto 2018/2019

Ich kann mich an mein Motto 2018 nicht mehr erinnern, daran kann man sehen, dass es damit nicht so gut geklappt hat, und daher nehme ich mir für 2019 gleich gar nichts vor. Ich lasse alles mal auf mich zukommen!

Wo ihr mich auf Social Media und im Fediverse findet: